Klaus Bittermann

Klaus Bittermann, 1952 geboren, wuchs in der fränkischen Kleinod- und Bratwurstmetropole Kulmbach auf, wurde der Schule verwiesen, wollte aber sowieso weg, wanderte nach Nürnberg aus und kam vom Regen in die Traufe. Abgebrochenes Philosophie-, Soziologie und Politologie-Studium in Erlangen. Seit 1981 in Berlin, trieb sich zunächst in der Hausbesetzerbewegung herum, verlegte sich später auf den Verlag und aufs Schreiben. Betrieb den »Club der letzten Gerechten«, in den er in möglichst unregelmäßigen Abständen Autoren und Freunde zum Vortrag bat. Herausgeber von inzwischen über 30 Anthologien und Beiträger für selbige und schreibt jede Woche »Die Blutgrätsche«.
Blog: www.bittermann.edition-tiamat.de.

Gruß nach vorn

Von Wiglaf Droste

Für Klaus Bittermann ( *8.4. 1952)

Bittermann, Klaus Bittermann
auf dem Highway Sixty-One !

Einundsechzig, geht’s jetzt schnell
auf den Highway straight to Hell ?

Glaub ich nicht, denn der Verleger
dieser feine, scharfe Feger,

der nicht Teppiche verlegt,
sondern Wahrheitssuche pflegt

und die dicksten Bretter bohrt,
Guy Debord und Wolfgang Pohrt,

ist gestaltlich frisch und hager. –
Sein Verlag klingt wie ein Schlager,

italienisch sinnenfroh:
Editione Ti amo !

Was, das stimmt nicht? – Aaah, Verrat !
Der Verlag heißt Tiamat ?

(gesungen): „Ti amat, isch sag nur ti amat,
ti amat ti amat ti amat ti amat ti amat ...“ (ad infinitum)

Einundsechzig ward er gestern,
dieser Held aus deutschen Western.

Und gewinnt der BVB
tut ihm beinah nichts mehr weh.

Buchveröffentlichungen:

- Der kleine Fup, Berlin 2017

- Sid Schlebrowskis kurzer Sommer der Anarchie und seine Suche nach dem Glück, Berlin 2016

- Alles schick in Kreuzberg. Unter Touristen, Pennern, Gentrifizierten, Berlin 2013

- Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol. Kreuzberger Szenen, Berlin 2013 (Erweiterte Ausgabe bei suhrkamp)

- Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol, Berlin 2011

- The Cazy Never Die. Amerikanische Rebellen in der populären Kultur, Berlin 2011

- Der Aufstand der Kuscheltiere. Eine Räuber- und Pistolengeschichte«, Kinderbuch, illustriert von Rudi Hurzlmeier, Zweitausendeins, Frankfurt 2007

- Sieben Abschweifungen über Hunter S. Thompson, Berlin 2006

- Wie Walser einmal Deutschland verlassen wollte. Glossen über Querdenker de Luxe und andere Würstchen, Berlin 2005

- Strandgut der Geschichte. Siebzehn Entführungen, München 2001

- Noch alle Schweine im Rennen? Prolegomena einer Kritik des ganz schön harten Lebens, Mainz 2001

- Geisterfahrer der Einheit. Kommentare zur Wiedervereinigungskrise«, Berlin - Amsterdam 1995

- Das Sterben der Phantome. Verbrechen und Öffentlichkeit, Berlin 1988