Critica Diabolis 153
Hardcover, Titelbild von Nikolaus Heidelbach
266 Seiten
16.- Euro
ISBN 3-89320-118-1
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Fanny Müller lebt, isst und arbeitet im Hamburger Schanzenviertel, zwischen Alten-, Obdach-losenheimen und Punks, eine Gegend mit einer Menge Realitätsgehalt. Von dort begibt sie sich auf ihre Streifzüge durch das Viertel. Sie schreibt alles auf, und durch sie gewinnt der Alltag erst wieder einen gewissen Glanz, den man in ihren Kolumnen über Jahre hinweg schätzte. Seit 2004 hat sie Tagebuch geführt, in dem sie sich manchmal lakonisch, manchmal giftig, manchmal abgeklärt lässig ihre Gedanken über das Elend macht, das sie umgibt.
»Dabei neigt unsereins zu nicht wenig Stolz«, schreibt Willi Winkler in seiner Laudatio auf Fanny Müller, als sie mit dem Ben-Witter-Preis ausgezeichnet wurde, »wenn er über die grüne Hölle im Gran Chaco reportieren darf oder, noch schlimmer, wenn er seinen Lesern berichten kann, wie es bei Kanzlers unterm Sofa aussieht…
Frau Müller, das muss man jetzt doch einmal deutlich aussprechen, ist der Gran Chaco mindestens so wurscht wie die Entfernungs-pauschale. Leitartikel und andere großmäulige Schlagzeilen schreiben andere, Frau Müller schreibt auf, was sich sonst noch zuträgt… Heimtückisch, wie sie bei aller Menschen-freundlichkeit doch sein kann, schreibt sie einfach mit, was die Leute den lieben langen Tag so daher reden. Außerdem wichtig: Frau Müller ging immer einem Beruf nach, verdiente ihr Geld auf ehrliche Weise und wurde deshalb nicht von ihren Auftraggebern abhängig. Nur deshalb hat sie so schreiben können, wie ihr der Schnabel gewachsen war.«

Titelbild von Nikolaus Heidelbach

Pressestimmen

»Fanny Müller ist lakonisch, derb, überraschend, saulustig.« (Hamburger Morgenpost)

»Es ist bei aller Komik ein tieftrauriges Buch.« (Rolling Stone)

»Bissig und komisch. Danach weiß man Bescheid über das Leben, die Welt und diverse Alterskrankheiten. Fanny Müller hat eine wunderbar dezente Art zu schimpfen.« (20 Minuten)