Critica Diabolis 177
Engl. Broschur
208 Seiten
14.- Euro
ISBN 978-3-89320-145-7
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Der Dichter Wiglaf Droste beobachtet, beschreibt und ergreift die Welt und ihre Bewohner. Seine Aperçus und Uppercuts verteilt er nach Belieben, doch niemals beliebig. In feiner Sprache belöffelt er trostferne Christen ebenso wie trübe islamistische Aufesser von Mohamettbrötchen. Tragödien wie das Draußenrauchen, die Übergangsjacke, den Pilgerstrom oder servile Servicekräfte werden ebenso gutgelaunt und kenntnisreich abgefertigt wie kulinarische Katastrophen vom Schlage Dollase oder Lafer. In saure Gurken wie Till Schweiger oder Guido Westerwelle beißt Droste kurz und final hinein, um sich dann doch lieber der Liebe und der Huldigung zuzuwenden: F.W. Bernstein, Johnny Cash, Raymond Chandler, Bob Dylan, Danny Dziuk, Peter Hacks, Randy Newman, Joachim Ringelnatz werden gefeiert. Und über allem waltet das Rheinsberger Idyll.
Mit zwei Bildern von Jamiri und einer Gastgeschichte von Rayk Wieland

Pressestimmen

»Es gibt nicht viele deutsche Autoren, die mit Sprache so präzise umgehen können wie ein Gehirnchirurg mit seinem Operationsbesteck.« (Martin Weber, Kölner Stadt-Anzeiger)

»Pilze sind eine Leidenschaft, der man nach Tschernobyl nur noch literarisch frönen kann. Wie schade – und wie unterhaltsam, wenn Wiglaf Droste ihr frönt, fabulierend und reimend ›Wo bist du, Bovist du‹. Dabei ist es ziemlich egal, welchem Thema sich Droste zuneigt – das zeichnet ihn als realitätsgestählten Satireprofi aus. Ob es um das Brot des Monats geht, die Verbissenheitskulinarik der Zeitungstestesser oder die Dummheit der TV-Köche, Droste fährt ihnen mit einem geschliffenen Wortschwall in die Parade. Zur Hochform läuft er aber erst dann auf, wenn er wirklich leidet. Angesichts knotenwadiger Fitnessrentner etwa oder im Lärmschwall von Gerüstbauern, den Puhdys oder dieses ›Mannheimer Wimmerschinkens‹. Nach der Lektüre dieser Textsammlung wuchern im Leser ebenfalls böse Gedanken: Droste muss noch viel mehr leiden und niederschreiben.« (Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung)

»Die neuen Prosastücke Wiglaf Drostes sind drei bis fünf Seiten kurz, doch von bemerkenswerter Dichte und Ökonomie: Sparsamkeit mit Fülle. Solches ist selten, am ehesten in lyrischen Gattungen anzutreffen – in Prosa nur auf dem obersten Niveau. Dieser Band ist ein Meisterstück solcher verdichteten, geistessprühenden Essayistik, durchwegs gespickt mit (nicht nur) literarischen Anspielungen, dies aber dezent, so dass der ‚Eigengeschmack‘ Drostes nicht übertäubt wird. Wie nebenbei, ohne sichtbare Mühe, streut dieser Autor Dutzende geschliffener Aperçus ein, und seine Charakterisierungskunst ist eines Satirikers und Moralisten in Jean de La Bruyères, William Hogarths und Daniel Chodowieckis Tradition würdig.« (Daniel Krause, literaturkritik.de)

»Es scheint mir wohl kaum übertrieben, Droste als den ›Tucholsky unserer Tage‹ zu bezeichnen – ich wüsste jedenfalls kaum einen anderen Autor, der sowohl in der satirischen Schärfe wie auch in der melancholischen Nachdenklichkeit dem ›Heinrich Heine des 20. Jahrhunderts‹ so nahe kommt wie er. Und das alles mit wissendem Charme und in wunderbarer sprachlicher Leichtigkeit. Ich jedenfalls habe ihn so lange für den Kurt Tucholsky Literaturpreis vorgeschlagen, bis ich nicht mehr in die Jury gebeten wurde.« (Dr. Peter Böthig, Kurt-Tucholsky-Museum Rheinsberg)

»Chapeau – die kleinbürgerlich brandenburgischen Ausflugswelten beschreibt Meister Wiglaf Droste in seinem kleinen, aber feinen Büchlein „Auf Sie mit Idyll!“ in einem Stil, als wär’s ein Stück von Tucholsky. Unseren täglich Broder gib uns heute, aber morgen bitte gleich wieder einen Droste, wie er im Buche steht.« (Ilja Richter, Welt online)

»Wigaf Droste ist ein genauer Beobachter; seine Texte sind scharf, boshaft, polemisch, so grenzwertig wie kompromisslos, bestechend wahrhaftig, in ihrer brillanten Diktion unvergleichlich komisch und höchst kurzweilig.« (Donaukurier)