Gesamtprogramm

Die Reisende der Nacht
Über das Altern

In dieser wunderschönen Anthologie beschwört die Autorin nicht nur Simone de Beauvoir, sondern auch Marguerite Duras, Annie Ernaux und sogar Roland Barthes herauf, um das Alter zu enträtseln und ihm schreibend etwas entgegenzusetzen.

Probleme des Antirassismus
Postkoloniale Studien, Critical Whiteness und Intersektionalitätsforschung in der Kritik

Eine Kritik an Michael Rothbergs Theorie multidirektionaler Erinnerung, an Achille Mbembes Begriff der »Nekropolitik« als Speerspitze des postkolonialen Antisemitismus, an Edward Saids postkolonialer Perspektive auf den arabisch-israelischen Konflikt, an Critical Whiteness und dem Vorwurf kultureller Aneignung.

Als ich wieder aufstand, nahm ich das Gewehr
Gewalt von Frauen

»Ja, das stimmt, ich habe ihn in den Rücken geschossen, tja, das habe ich getan. Ich habe die Kugeln abgefeuert, das war’s. Ich hatte mich ein bisschen ausgeruht, und als ich wieder aufstand, nahm ich das Gewehr, ich nahm die Patronen, ich schoss und verständigte den Notruf. Ich wüsste nicht, was es mehr dazu zu sagen gäbe.« (Jacqueline Sauvage)

Schöner Denken 2
99 Phrasen für die geistige Inneneinrichtung der Nation

Die Autoren analysieren mit Witz und Ironie, aber durchaus ernst gemeint, Begriffe, die in den Debatten von heute den Ton angeben, wie Cancel Culture, Diversity, Dreadlocks, Fake News, Kulturelle Aneignung, Querdenker, Whitewashing u.a.

Wie man Antisemitismus bekämpft
Eine Streitschrift gegen Geschichtsvergessenheit, Selbstgefälligkeit und Konfliktscheu

Maßgebliche Teile der amerikanischen Fernseh- und Zeitungsredaktionen haben sich einer Weltanschauung verschrieben, die Juden zu Repräsentanten eines »Systems weißer Herrschaft« und Israel zum »kolonialistischen Siedlerstaat« macht. Hieraus folgt nicht nur eine Unfähigkeit, die Virulenz und die Wandelbarkeit des Antisemitismus zu erkennen, sondern dessen Umdeutung in eine Form postkolonialen Widerstandes.

Wie Hitler mir das Leben rettete
Schlampige Arbeiten 1980 – 2030

Wie konnte Adolf Hitler dem 1957 geborenen Autor das Leben retten? Was hat es mit der langen Kontonummer auf sich, die sein Vater erfunden hat und warum hat seine Mutter drei Nieren? Diese Fragen werden nur sehr oberflächlich und teilweise gar nicht beantwortet. In diesem Buch (sein 15. nach gregorianischer Zählweise) versammelt der Autor viele unfertige Arbeiten, es ist eine große Textbaustelle, die der Leserin aber auch dem Leser viel Raum zum Weiterdenken lässt.

Material Girls
Warum die Wirklichkeit für den Feminismus unerlässlich ist.

Material Girls ist eine aktuelle und dezidierte Kritik der einflussreichen Theorie, die behauptet, dass alle über ein inneres Gefühl namens »Geschlechtsidentität« verfügen, das gesellschaftspolitisch relevanter sei als das biologische Geschlecht.

Lob des Laizismus

Caroline Fourest tritt für eine strikte Trennung von Staat und Religion ein, die für sie eine der Grundlagen der Demokratie ist. Es geht darum, Religionen von allen nicht unmittelbar kirchlichen Angelegenheiten auszuschließen. Insofern ist Fourests Buch auch ein Plädoyer, mehr zu wagen als den Säkularismus, wie er in Deutschland herrscht.

Krankheit als Kränkung
Narzissmus und Ignoranz in pandemischen Zeiten

Die Epoche, in der altbekannte Epidemien ihren Schrecken verloren, ja ausgerottet werden konnten, ist vorbei – seit Jahrzehnten bereits hat eine Epoche neuer Epidemien begonnen. Ihre Produktionsstätten sind die Slums der Mega-Citys in der die Billigarbeitskräfte der globalisierten Industrieproduktion zusammengepfercht werden. Was für Aids, Ebola, Vogelgrippe galt – das gilt auch für Covid-19, deren Erreger immer aus Zoonosen entstanden, die sich bei der Erschließung möglichst billiger Proteinquellen ereigneten.

Die Antiquiertheit der Frau
Vom Verschwinden des feministischen Subjekts

Es braucht eine Rückbesinnung darauf, was die Frauenbewegung einst auszeichnete: über die geschlechtlichen und sexuellen Rollenkorsetts hinauszugehen, statt sie im Patchwork pluralisierter Identitäten bloß zu verewigen.