Critica Diabolis 301
Harcover mit Schutzumschlag mit Fotos
696 Seiten
36.- Euro
ISBN 978-3-89320-284-3
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»Sie sagen mir, was Sie denken, und ich sage Ihnen, warum das falsch ist.« (Wolfgang Pohrt)

Als Anfang der achtziger Jahre Wolfgang Pohrt die öffentliche Bühne betrat, wurde den Lesern schnell klar, dass da jemand einen neuen Ton anschlug. Pohrt verstand es, seine Thesen mit großer Schärfe, Klugheit und Eleganz zu formulieren. Seine Kritik an den Grünen und der Friedensbewegung ist legendär, vor allem, seit diese nationale Töne anschlugen und die Nation nicht mehr abschaffen, sondern retten wollten. In der Biographie wird daran erinnert, dass die Linke in Deutschland zwar versagt hat, aber dank Wolfgang Pohrt das Niveau der Kritik an ihr weit besser war, als sie es verdient hatte, man kann sagen, dass ein realistisches Bild von ihr nur deshalb erhalten geblieben ist, weil Pohrt sich ihrer Fehler und Eigenarten angenommen und damit die Mythenbildung erschwert hat. Mit seiner großen Massenbewusstseinsstudie der Deutschen und dem Konkret-Kongress 1993 kündigte sich sein Abschied an, aber noch heute macht sich sein Einfluss bemerkbar, als ob seine Gedanken wie ein schwacher unterirdischer Strom immer wieder einen Nerv treffen und eine Reaktion erzeugen.

Pressestimmen

»Einer der intelligentesten, streitbarsten und zugleich unerträglichsten Menschen seiner Zeit.« (Claudius Seidl)

»The most effective polemical essayist on the contemporary West-German scene.« (Saul Friedländer)

»Pohrt war das, was man in der alten Bundesrepublik Ideologiekritiker nannte, jemand, der versucht, den Lügen im gesellschaftlichen Selbstverständnis auf die Spur zu kommen. Wie wenig Freunde er sich machte und wie oft er richtig lag, hat Klaus Bittermann nun in einer Biographie aufgeschrieben, die auch eine kleine Geschichte des politischen Denkens der deutschen Linken ist.« (Tobias Rapp, Der Spiegel)

»Das Lebens- und Denkbild eines Menschen, der eigensinnig genug war, selbst bestimmen zu wollen, wann er argumentierte, wann er schimpfte und wann er schwieg, hat sein Biograph nun einer von allen beim Meinungsrummel störenden Begründungsanforderungen befreiten Zwitscher- und Plapperpublizistik zu ihrer wohl ausbleibenden Beschämung vorgelegt. Das ist unter den vielen unzeitgemäßen Streichen des Verlegers und Autors Bittermann, die er sich im Geist seines verstorbenen Freundes Pohrt erlaubt, gewiss der gelungenste.« (Dietmar Dath, FAZ)

»Als Herausgeber von Pohrts gesammelten Werken wohl ihr bester Kenner, zitiert Bittermann ausgiebig. Schon deshalb ein ansteckender Genuss, weil Erstleser:innen entdecken können und Älteren wieder in den Sinn kommt, dass die Texte dieses Dissenter-Linken immer auch Stilzauber entfalteten. Und unterhaltsam waren! Gefallen hätte Pohrt, dass ihn ein Büchermacher porträtiert, der selbst gelenkig schreiben kann. Vor allem gelingt es Bittermann, uns dank lebensgeschichtlicher Informiertheit, aber auch durch Briefe, Fotos und Tonaufnahmen sowie Gesprächen mit Zeitgenossen die eher ungesellige, ja unnahbare Persönlichkeit Pohrt näherzubringen.« (Markus Joch, Tagesspiegel)

»Wolfgang Pohrt war in seiner großen Zeit, den Achtziger- und Neunzigerjahren, nicht nur einer der streitlustigsten, klügsten, bösesten und originellsten Publizisten in Deutschland. Was er geschrieben hat, ist auch sehr gut gealtert. Vieles liest sich zeitgemäß. Das Beste ist radikal unzeitgemäß geblieben. Man sollte Wolfgang Pohrt also nicht vergessen – und als Investition in die Unsterblichkeit hat Klaus Bittermann, der Verleger Pohrts und auch selbst ein eigenwilliger Autor, eine Biographie Wolfgang Pohrts geschrieben. (…)  Dass Bittermann so ein dickes Buch geschrieben hat, liegt auch daran, dass Pohrt in seiner eigenen Wahrnehmung ein Linker war – ein einsamer Linker allerdings, der vielen Linken als Rechter und Renegat galt: weil er, Pohrt, kaum etwas heftiger bekämpfte als linken Kitsch, linke Gefühligkeit, linkes Einverständnis mit sich selbst. Und natürlich jede sich links nennende Kapitalismuskritik, die, weil sie ja schon die Moral auf ihrer Seite glaubte, nicht erkennen wollte, was Pohrt doch bei Karl Marx und Honoré de Balzac gelernt hatte: welche ungeheuren produktiven und befreienden Kräfte der Kapitalismus entfesseln kann.« (Claudius Seidl, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

»Bittermann zeichnet das Leben eines publizierenden Außenseiters nach, der als unerbittlicher Kritiker von Nation, Kapital, Bürgertum und angeschlossenem Kulturbetrieb auftrat und der sich dabei erfreulicherweise nie des ausgeleierten, ranzigen Floskelapparats der deutschen Linken bediente. (…) Dem Biografen gelingt es dabei, die Jahre von Pohrts publizistischer Tätigkeit dergestalt mit der jüngeren historischen Phase der deutschen Linken zu verweben, dass gleichsam nebenbei eine Art Geschichtsbuch entsteht, das die einzelnen Stationen des Verrats vieler einst linker Intellektueller an der Linken dokumentiert.« (Thomas Blum, konkret  Buch des Monats)

»Wenn man keine Lust oder Zeit hat, Pohrt selbst zu lesen: man nehme diese Biographie zur Hand und man erfährt, wie Pohrt politisch schrieb, was er wann wie dachte, wie er argumentierte, welch unerbittlicher, sicherlich auch unangenehmer, zur Polemik greifender Kritiker er war, auch sich selbst gegenüber.« (Sebastian Klauke, Rosa-Luxemburg-Stiftung)

»Nur wenige Bücher haben mir in den letzten Jahren derart viel Vergnügen bereitet wie dieses. Völlig egal, ob man mit der jeweiligen Position Pohrts übereinstimmt oder nicht, seinen Ausführungen zu folgen, ist stets ein Genuss – sowohl sprachlich als auch intellektuell. Und es ist der Wissenschaft übelzunehmen, dass sie es versäumt hat, Pohrt vor dessen Ableben erfolgreich zu klonen.« (Jan Off)

»Ich habe mich gleich hineingestürzt – erst einmal kreuz und quer gelesen, mich dann aber zur Ordnung gerufen, vorne angefangen und so lange gelesen, bis ich keine Buchstaben mehr unterscheiden konnte. Ich hoffe, dass das Buch nicht nur für Leute, die in irgendeiner Beziehung zu Wolfgang standen, sondern auch für alle, die sich für die ›mentalmäßige‹ (Boris Becker) Entwicklung des vergangenen halben Jahrhunderts interessieren, eine ebenso fesselnde Lektüre ist wie für mich. Ich bin von dem Buch in jeder Hinsicht begeistert.« (Hanns-Friedrich von Bosse)

»Blendend geschrieben.« (Thomas Rüst, ehemaliger Bonner Korrespondent des Zürcher Tages-Anzeigers)

»Nachdem ich die Pohrt-Biographie nun durch habe – ganz wunderbar, ›pageturner‹ wird so etwas genannt, glaube ich –, möchte ich mich auf diesem Wege kurz bedanken für Ihre Bemühungen, Pohrt und sein Werk nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Mir scheint fast, wenn Sie das nicht täten, würde es einfach niemand machen. Ich freue mich schon auf den letzten Band der Werkausgabe.« (Kolja Podkowik)