Critica Diabolis 303
Paperback
200 Seiten
18.- Euro
ISBN 978-3-89320-286-7
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»Die Frauen haben sich schlecht beraten lassen, als sie anfingen zu glauben, daß alles, was Frauen denken, sprechen, schreiben und arbeiten, unter dem Aspekt einer neuen Weiblichkeit für die Emanzipation brauchbar, wenn nicht gar gut sei.« (Die Schwarze Botin)

Scheint das Potenzial universaler Emanzipationsbestrebungen ausgeschöpft, folgt auf das alte Ärgernis der Benachteiligung das neue der Diskriminierung, die, weil sie rein subjektiv in den Blick genommen wird, überall gefunden werden kann. Mit dem inflationären Verweis auf ausgegrenzte und neuerdings »unsichtbare« Minderheiten, vervielfältigen sich auch die omnipotenten Geschlechterphantasien und werden einem progressiven Sinn anverwandelt. Als irgendwie queer – das heißt: divers, einzigartig und subversiv – will inzwischen jeder den Partikeln seines zerfallenen Selbst unbezweifelbar authentische Subjektivität zuschreiben. Doch ist kein Mensch identisch mit sich selbst. Kämpfte die erste Frauenbewegung noch für die Subjektwerdung der Frau, so gilt sie ihren queerfeministischen Adepten nunmehr als List, die im Kanon der Dekonstruktion von Differenz, Geschlecht und Identität aufzulösen sei. Die Hoffnung der Frauen, der Leere zu entkommen, die mit der weiblichen Emanzipation einhergeht, hat sie immer wieder in die Bredouille avantgardistisch anmutender Theorien geführt, die unterm Strich mehr als religiöses Bedürfnis nach der verzerrten Darbietung der Welt denn als genuiner Fortschritt imponieren.

Pressestimmen

»Cancel Culture, Transgender, Islam, Prostitution – in ihrem Buch geht Sara Rukaj keinem feuilletonistischen Schlachtfeld aus dem Weg. (…) Sie alle tragen zum ›Verschwinden des feministischen Subjekts‹ bei. Denn die Überwindung des Geschlechts ist für Rukaj der alte frauenfeindliche Traum von der Abschaffung des Weiblichen, der heute über alle politische Grenzen hinweg verfolgt wird.« (Die Welt)

»Die Philosophin und Psychologin Sara Rukaj rechnet scharf und höchst eloquent mit dem gegenaufklärerischen Queerfeminismus ab. Ihr Buch ist nicht nur eine Bestandsaufnahme der Frauenbewegung, sondern eine hellsichtige Kritik der grassierenden Gender- und Identitätsideologie. … Die Sprache ihrer stupenden Streitschrift ist klarsichtig, gebildet, kühl analytisch und völlig angstfrei, eben so, wie Sprache idealerweise sein muss, wenn sie sich als Instanz des Einspruchs begreift, und das macht einen anderen Vorzug ihres Buches aus: Endlich wieder eine Gegenstimme zu hören.« (Sky Nonhoff)