Critica Diabolis 208
Broschur
144 Seiten
13.- Euro
ISBN 978-3-89320-177-8
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Die Bibel kennt zehn Plagen, Berlin kennt viele Plagen. Die elfte ist die lästigste: Der Berlin-Tourist. Er gehört zu Berlin wie Ben Becker, Kanalratten, die B.Z. oder Schultheiss-Bier. Nicht schön, aber unvermeidlich. Im statistischen Durchschnitt halten sich jeden Tag 500.000 Berlin-Touristen in der Stadt auf – auf jeden Siebten der 3,5 Millionen Berliner kommt ein Tourist. Jeden Monat kommen 340 zusätzliche Hotelbetten zum vorhandenen Angebot hinzu. Der Tourismus ist die in Berlin am schnellsten wachsende Branche. Am liebsten gehen Berlin-Touristen laut Marktforschung der »Berlin Tourismus & Kongress GmbH« übrigens nicht in die Oper oder ins KADEWE. Sie gehen bummeln oder setzen sich in die Cafes, um das exotische Treiben der Eingeborenen zu beobachten: Die Stadt als Zoo.
Vielleicht sollten die Tourismuswerber darüber nachdenken, Kleindarstellern ein Honorar dafür zu bezahlen, dass sie als pittoreske Punks das Stadtbild bunter machen und einmal im Jahr bei den Kreuzberger-Mai-Festspielen das Bild der wilden Metropole in die Welt tragen.

Pressestimmen

»Theaterkritiker Laudenbach versucht in seinem gelungen polemischen Buch ‘Die elfte Plage’ eine Ethnografie.« (Andreas Becker, Deutschlandfunk)

»Peter Laudenbach hat in einem spöttischen Essay die Verwandlung der Stadt in ein touristisches Eventangebot und kommerzielles Freilufttheater untersucht. Diese Szenen aus dem zeitgenössische Berlin lassen sich als Belegstücke zu Guy Debords Beobachtung lesen, in modernen Gesellschaften erscheine das ganze Leben als eine ungeheure Sammlung vom Spektakeln« (Süddeutsche Zeitung)

»Ein Gespenst jettet um in Europa. Peter Laudenbachs “Touristisches Manifest” sollte Schullektüre sein, zum Beispiel in Spanien.« (Rüdiger Schaper, Tagesspiegel)

»Despite the unmistakably elitist and arrogant tone, this rage against the hipster machine is very amusing to read.« (The German Times)

»Das Buch ist sehr tourismuskritisch. Da erfährt man eine Menge über das Wirken, Werden und Wachsen des Tourismus in Berlin und über das Verhältnis der Berliner zu den Besuchern.« (Peter Claus, rbb Kulturradio)

»Die gelassen-spöttische Analyse eines Phänomens. […] Gehört beim nächsten Air-Berlin-Trip ins Handgepäck!« (Wolfgang Kralicek, Falter)

»Hier kann man lesen, dass es sich beim Berlin-Tourismus vor allem um schlechtes Theater handelt.« (Franz Wille, Theater heute)