Critica Diabolis 65
Paperback, aus dem Französischen von Wolfgang Kukulies & Jean-Jacques Raspaud
304 Seiten
20.- Euro
ISBN 3-923118-97-X
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Zeit seines Lebens galt Guy Debord als »Geheimagent der Subversion«, als einer, der entweder bewundert oder verabscheut wurde. In den fünfziger Jahren nahm er an den Aktivitäten der Lettristen teil, einer künstlerischen Nachkriegsavantgarde, die durch spektakuläre Aktionen von sich reden machte. 1957 hatte er entscheidenden Einfluß auf die Gründung der Situationistischen Internationale, an der sich Künstlergruppen wie Cobra und später die Münchner Spur beteiligten. 1967 löste die SI den Skandal von Straßburg aus, der im Mai 68 zum Generalstreik führte. Guy Debord war als Theoretiker der SI und Autor von »Die Gesellschaft des Spektakels« über Nacht zur Berühmtheit geworden, aber er lehnte es ab, »zu einer Autorität« zu werden. Er führte sein Leben im Verborgenen weiter, aber die Gerüchte um seine Person hörten nie auf, vor allem, als sein Freund und Verleger Gerard Lebovici unter bis heute ungeklärten Umständen ermordet wurde.
»Die Gesellschaft des Spektakels« und die »Kommentare« sind Debords politisch-philosophisches Vermächtnis, sein theoretisches Hauptwerk, in dem er die moderne Verlaufsform der spektakulären Herrschaft aufzeigt, aber auch die Etappen ihrer programmierten Selbstzerstörung.

Pressestimmen

»Die Gesellschaft des Spektakels ist ein Rätsel, eine Offensichtlichkeit und eine Parteinahme. Es ist ein Kult-Buch, und es ist nicht weniger als das in den letzten dreißig Jahren am meisten gelesene Buch.« (Liberation)

»Guy Debord, der 1967 das Buch Die Gesellschaft des Spektakels veröffentlichte, welches später zur Prophetie des Mai 68 verklärt und zu einer Bibel der Revolte wurde, war einer der ersten Situationisten und über Jahre hinweg ihr Papst. Es gibt kaum Fotos und keine Interviews des 61-jährigen, den Philippe Sollers als ‘originellsten und radikalsten Denker unserer Zeit’ verehrt.« (FAZ)

»221 Thesen, die das gesellschaftliche Leben als eine Show entlarvten, welche alle zu passiven Beobachtern machte, zu Konsumenten ihrer Entfremdung. (…) Es handelte sich um ein strenges Hegelsches Traktat. Aber auf gewisse Weise war das Buch auch Pop: Die Ideen legten dieselbe unerbittliche Dynamik an den Tag, die die Rolling Stones ein Jahr später bei ‘Sympathy for the Devil’ entfesseln sollten.« (Greil Marcus)