Critica Diabolis 274
Klappenbroschur, mit einem Vorwort von Friedrich Küppersbusch
304 Seiten
18.- Euro
ISBN 978-3-89320-252-2
Erscheinungsdatum 9.Juli 2019
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Wiglaf Droste, mit 57 Jahren überraschend gestorben, wird gerne mit Kurt Tucholsky in einem Atemzug genannt. Er war in jedem Fall ein ebenso begnadeter Polemiker wie Dichter hinreißender Liebeserklärungen, ein mit den Nuancen der Sprache vertrauter Analytiker und ein unversöhnlicher Kritiker der politischen Verhältnisse und der Dummheit. Er hat an die 30 Bücher geschrieben, hat tausende von Lesungen und Veranstaltungen bestritten, hat dabei immer alles gegeben, er hat dabei weder sich noch andere geschont, denn das war für ihn die Voraussetzung von Literatur: »Den ganzen anderen Quatsch kann man lassen.«
In diesem Buch erscheinen seine Texte, die für Furore sorgten und Debatten auslösten, wie »Als Schokoladenonkel unterwegs«, der ihm einen Boykott seiner Lesungen eintrug, »Mit Nazis reden?«, eine bereits vor 25 Jahren gegebene letztgültige Antwort auf eine aktuell diskutierte Frage, eine feine Liebeserklärung an »Die rauchende Frau« und »Die Rolle der Frau«, ein Zusammentreffen mit dem »Proletariat«, eine Reise um die Welt mit 80 Phrasen, die Wahrheit über den »Commandante Reduntante« aus der Konkret und viele andere unvergessene Evergreens.

Pressestimmen

»Seine Worte sind so treffsicher wie eine Kalaschnikow. Schonungslos polemisch und von politisch unkorrekter Vollkommenheit.« (FAZ)

»Da auch er, wenn es nötig war, und es war eigentlich immer nötig, vor keinem Kalauer zurückschreckte, bleibt mir nichts anderes übrig, als diese Steilvorlage aufzunehmen und mir vorzustellen, wie er gerade an die Himmelspforte klopft oder eher hämmert und sofort einen Grund findet, sich kunstvoll aufzuregen. Ich befürchte, selbst Gott wird nicht mit ihm klarkommen, kann sein, dass er ihn rausschmeißt. Dann hätten wir ihn wieder.« (Hans Zippert, Welt)

»In dem liebevoll und kundig zusammengestellten Band gibt es einen Satz, der als Motto über Drostes Gesamtwerk stehen könnte: “Man muss durch das, was einen quält, hindurch, um es abhaken zu können”. Wenn man diese Sentenz recht bedenkt, dann versteht man, warum Drostes Texten die Abgeklärtheit fehlt.« (rbb Kultur)

»Mit dieser komprimierten, aber repräsentativen Auswahl versteht man sofort, dass Droste ein Monolith war: sprachlich brillant und von großer Klarheit, analytisch scharf, mit überraschendem Witz und in offener Gegnerschaft zu praktisch jedem, gegen alles Nationale, Patriotische, Rechte, Neoliberale sowieso.« (Heiko Werning, ver.di publik. Die Mitgliederzeitung)

»Dieses postum von Klaus Bittermann in der Edition TIAMAT edierte “Best-of” aus dem Texte-Fundus des in diesem Frühjahr unerwartet verstorbenen satirischen Polemikers, Schriftstellers, Journalisten, Sängers, Vortragsreisenden Wiglaf Droste ist ein literarisches Kleinod. Sie entstammen seinen über 30 Büchern sowie Artikeln in der “taz”, “konkret” und der “Jungen Welt” aus drei Jahrzehnten bissig-satirischer Umtriebe. Die Jury des Annette-von-Droste-Hülshoff-Preises und die “SZ” sahen in ihm den Tucholsky von heute und in “seinen Satiren und Glossen sprachliche Kabinettstücke von hohem literarischem Rang.” Für die “Zeit” war er eine “linksradikale Skandalnudel” und “Heimatdichter der linken Szene”. Er galt als ein ebenso begnadeter Polemiker wie sprachmächtiger Dichter, ein mit allen Nuancen-Wassern der Polit-Sprache gewaschener Analytiker und bissiger politischer Kritiker, einem Karl Kraus ebenbürtig. Sein Kollege im Geiste Friedrich Küppersbusch verleiht Droste in dem Vorwort zu dieser Evergreen-Sammlung den Ehrentitel “Hooligan der Inbrunst”.« (Christiane Laubisch, ekz – Bibliotheksdienst)

»Anders als Tucholsky stieg Droste nie allzu tief ins Politische ein, noch im Streit wahrte er Distanz. Er kämpfte nicht gegen Parteien, sondern gegen Charakterzüge, die den Boden für eine autoritäre Herrschaft bereiten. Gegen Eigenschaften wie Bigotterie, Heuchelei, Aufschneiderei und Angeberei, gegen natürliche Korruptheit und den kollektiven Hang zur Hässlichkeit.« (Christian Eger, Mitteldeutsche Zeitung)

»Im neuen Buch von Droste ist nachzuvollziehen, wie er schon in den 80er Jahren vor neuer Großmannssucht und Biedermeierei im wiedervereinigten Deutschland warnte. Seine Hellsichtigkeit und Sprachgewalt werden fehlen.« (Neue Presse, Hannover)

»Eine Best-of Sammlung seiner wichtigsten und schrägsten Geschichten, zeitlose Klassiker, die in ihrer Ausarbeitung ihres Gleichen suchen. Bissige Texte, die sein herausragendes Talent erstrahlen lassen und tief gehen, weil es nötig ist. Klare Empfehlung.« (Gernot Recke, Kamikaze-Radio)