Critica Diabolis 383
Aus dem Englischen von Thomas Atzert
383 Seiten
24.- Euro
ISBN 978-3-89320-209-6
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»Die Zukunft erfinden« ist ein Manifest für das Leben nach dem Kapitalismus. Gegen die Konfusion, die politisch links wie rechts herrscht, wenn es darum geht, unsere High-Tech-Welt zu verstehen, stellt sich das Buch der Aufgabe, das emanzipatorische und zukunftsorientierte Potential der heutigen Gesellschaften zurückzuerobern. Statt einer komplizierten Zukunft auszuweichen, zielen Nick Srnicek und Alex Williams auf eine postkapitalistische Ökonomie, die es erlaubt, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, die Arbeit abzuschaffen und Technologien zu entwickeln, die unsere Freiheiten erweitern.
Die Theoretiker des Akzelerationismus haben in »Die Zukunft erfinden« ihre Thesen aus dem »Akzelerationistischen Manifest« begründet und in einen politischen Zusammenhang gestellt.
»Statt die Mühe auf sich zu nehmen, einmal Erreichtes zu konsolidieren und weiter zu entwickeln, zielte die folkloristische Politik darauf ab, sich gegen die Zumutungen des globalen Neoliberalismus Zufluchtsorte einzurichten. So blieb sie eine Politik, die defensiv orientiert und außerstande war, eine neue Welt zu entwerfen oder an ihr zu bauen. Das vorliegende Buch umreißt daher eine andere Art Politik, eine, die darauf abzielt, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und dabei eine Welt anzustreben, die moderner ist, als der Kapitalismus es jemals erlauben würde. Die den technologischen Möglichkeiten des 21.  Jahrhunderts inhärenten utopischen Potentiale dürfen nicht an das unter dem Kapitalismus Vorstellbare gefesselt bleiben; eine anspruchsvolle linke Alternative muss sie befreien. Der Neoliberalismus ist gescheitert, der sozialdemokratische Weg unmöglich, nur mit einer ganz anderen Sicht lassen sich allgemeiner Wohlstand und umfassende Emanzipation gewinnen.« Srnicek & Williams

Pressestimmen

»Zu einer Zeit, da die Zukunft den Ökonomen der Chicago-Schule und das Internet Google und der NSA zu gehören scheint, rufen Srnicek und Williams mutig dazu auf, linke Politik neu zu denken und vom Kopf auf die Füße zu stellen.« (Fred Turner, FAS)

»Ihre Theorie ist auf verändernde Praxis angelegt; sie versteht sich als Strategie der Intervention. Solcher Intervention bedarf es angesichts einer umfassenden Krise der Praxis, in die linke Bewegungen gerieten. Das Buch reagiert auf die Aporien sozialer Bewegungen wie Occupy ebenso wie auf die Erosion der Arbeiterklasse.« (Lars Hartmann, der Freitag)

»Das ist der politische Aspekt der Vision von Srnicek und Williams: ein neues linkes Denken im Common Sense der Gesellschaft zu verankern. Mit dem Ziel, den ökonomischen und sozialen Aspekt ihrer Zukunftsvorstellung zu verwirklichen. Eine Welt ohne Arbeit« (Francesco Giammerco, SPIEGEL online)

»Die Autoren glauben nicht an kleine Lösungen im Kampf mit dem Kapital. Das Kapital ist nur zu fassen, wenn man seine zerstörerische Geschwindigkeit und rücksichtslose Universalität in Rechnung stellt« (Cord Riechelmann, Philosophie Magazin)

»Als ebenso exotische wie attraktive Spielart linker Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie wird derzeit der Akzelerationismus gehandelt. Der fordert unter Ausnutzung technologischer Innovationen eine Überwindung der Arbeitsgesellschaft und versteht sich als politisches Strategiekonzept, um die Hegemonie des Neoliberalismus zu demontieren.« (Florian Schmid, der Freitag)

»Den Autoren geht es vielmehr um die Überwindung der Arbeitsgesellschaft und damit um eine Ablösung des kapitalistischen Regimes insgesamt. Vollkommen zurecht weisen sie darauf hin, dass man als Linke den Prozess der sich vollziehenden Automatisierung von menschlicher Arbeit nicht bekämpfen, sondern vielmehr überlegen sollte, wie man ihn für eigene Ziele und Kämpfe nutzbar machen könnte.« (Nicolai Hagedorn, Neues Deutschland)

»›Die Zukunft erfinden‹ kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Wohlüberlegt und sorgfältig entwirft das Buch ein klares und stringentes Bild einer postkapitalistischen Gesellschaft. Und es umreißt, gleichermaßen wichtig, ein überzeugendes Programm, um das endlose kapitalistische Elend hinter uns zu lassen und eine von Arbeit befreite Welt zu schaffen.« (Mark Fisher, Autor von Kapitalistischer Realismus und Gespenster meines Lebens)

»Ein überzeugendes Buch: Es zeigt nicht nur, wie die postkapitalistische Welt mit ihren ständigen technologischen Innovationen Voraussetzungen schafft, uns zu befreien, sondern auch, wie wir uns organisieren können, um dorthin zu gelangen. Eine Pflichtlektüre.« (Paul Mason, Autor von Postkapitalismus. Grundrisse einer kommenden Ökonomie)

»Srnicek und Williams demonstrieren, dass eine zukünftige nachhaltige Ökonomie weniger von den materiellen Bedingungen als von der Bereitschaft abhängt, sie sich vorzustellen. Die postkapitalistische Welt, die sie uns skizzieren, ist absolut erreichbar, wenn wir uns nur daran erinnern, dass die ökonomische Zukunft schon immer von uns abhing.« (Douglas Rushkoff, Autor von Present Shock. Wenn alles jetzt passiert)