Critica Diabolis 284
Broschur
112 Seiten
16.- Euro
ISBN 978-3-89320-267-6
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Was tun gegen Verschwörungstheorien, Klima-Leugner, Corona-Zweifler, Fake News, Wissenschafts-Skepsis, Pseudowissenschaften und Obskurantismus? Follow the science! Aber welcher Wissenschaft? Nur schon diese Frage zu stellen, scheint riskant: Denn führt sie nicht auf direktem Wege in die Fänge der merchants of doubt, welche die Autorität der Wissenschaft leichtsinnig in Frage stellen und nicht müde werden zu betonen, dass es in der Wissenschaft zu jeder Meinung eine Gegenmeinung gibt und Wissenschaft eben auch nur ein Glaube unter anderen ist – und nicht unbedingt der beste?
Die Lage ist vertrackt: Je verzweifelter man versucht, der Irrationalität der Spinner und Leugner durch den Hinweis auf »die Wissenschaft« zu begegnen, desto mehr scheint die Grenze zwischen »der« Wissenschaft und dem, was man mit ihrer Hilfe bekämpfen möchte, zu verschwimmen. Denn »die Wissenschaft« ist – wie viele Verschwörungstheorien ihrerseits – eine Karikatur von realen Wissenschaften.
Im Kampf gegen die »Aluhüte« wird ein idealisiertes Bild der Wissenschaften restauriert, von dem Wissenschaftsphilosophie, -geschichte und Wissenschaftsforschung sich längst mit guten Gründen verabschiedet haben: indem sie nämlich den normativen Theorien, was »Wissenschaft« ist oder sein sollte, realistische Beschreibungen und Analysen dessen gegenübergestellt haben, was Wissenschaftler*innen tatsächlich tun, wenn sie Wissen schaffen. Dieser Essay ist ein Plädoyer gegen diese Restaurations-Tendenzen und für die Pluralität der Wissenschaften und ihrer verschiedenen Methoden.