Critica Diabolis 284
Aus dem Französischen von Alexander Carstiuc, Mark Feldon, Christoph Hesse
144 Seiten
18.- Euro
ISBN 978-3-89320-266-9
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“Generation Beleidigt” von Caroline Fourest auf Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste für März

Dies ist die Geschichte einer kleinen gemeinen Lynchjustiz, die in unser Privatleben eindringt, uns Identitäten zuschreibt und unseren demokratischen Austausch zensiert. Eine Plage der Sensibilität. Jeden Tag eine Gruppe, eine Minderheit, ein zum Stellvertreter einer Sache sich aufspielendes Individuum, das fordert, droht und uns auf die Nerven geht. In Kanada fordern Studenten die Streichung eines Yogakurses, um sich nicht dem Risiko der indischen Kultur auszusetzen. In den Vereinigten Staaten würde man am liebsten asiatische Menüs in den Kantinen verbieten und die als anstößig und normativ verurteilten großen klassischen Werke von Flaubert bis Dostojewski aus dem Unterrichtsplan streichen. Studenten bezeichnen den geringsten Widerspruch als »Mikroaggression« und klagen »safe spaces« ein. In Wirklichkeit aber lernt man nur, Debatten zu meiden. Aufgrund geographischer oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe und der persönlichen Geschichte versucht man, die Hegemonie über die öffentliche Rede zu erreichen. Eine Einschüchterung, die bis zur Entlassung von Professoren geht. (Caroline Fourest)

Pressestimmen

»Stündlich aktueller. Es ist das Buch zum Verständnis einer Debatte, die aus dem Ruder gelaufen ist. Doch wem nützt es, stets auf die ethnische Zugehörigkeit von Menschen zu verweisen, um darüber zu bestimmen, wer im öffentlichen Diskurs die Stimme erheben darf? Wie sinnvoll ist das? Und wohin führt es?« (Johanna Adorján, Süddeutsche Zeitung)

»Eine treffendere Analyse wird man so schnell nicht finden.« (Hannah Bethke, FAZ)

»Über den identitätspolitischen Aktivismus an US-Universitäten ist schon viel geschrieben worden. Die Autorin Caroline Fourest erklärt, wie es so weit kommen konnte. Und plädiert aus linker Perspektive für die freie Rede.« (Deutschlandfunk Kultur)

»Die französische Publizistin Caroline Fourest ist eine der wirkmächtigsten Kritikerinnen der Identitätspolitik. Ihr Buch wurde auch in Deutschland ein Bestseller. Sie rechnet hart mit den ›Inquisitoren‹ ab, wie sie sie nennt: ›Gestern kämpften Minderheiten gemeinsam gegen Ungleichheiten‹, schreibt Fourest. Heute würden sie kämpfen, ›um herauszufinden, ob der Feminismus weiß oder schwarz ist.‹« (Der Spiegel)

»Fourest sieht durch die identitäre Linke die Demokratie in Gefahr. Sie glaubt, dass der demokratische Demos in eine Vielfalt von nur noch notdürftig zusammen gehaltenen Ethnien und andere multiplen Identitäten zerfallen könne. Die identitäre Linke beanspruche für sich, die Welt von Ungleichheit und Ausgrenzung zu befreien. Indem sie diese aber kollektiv identitär denkt, verfällt sie einer Doppelmo-ral, die am Ende genau das forciert, was sie eigentlich bekämpfen will.« (Heinz Gess, kritiknetz)

»Es ist nicht allein Fourests Verve, die beeindruckt, sondern die analytische Klarheit, mit der sie den Beispielen aus ihrem kulturellen Umfeld zu Leibe rückt.« (Harry Nutt, Berliner Zeitung)

»Eine scharfe Provokateurin, das macht sie auch sprachlich interessant.« (Bayern2)

»Caroline Fourest schreibt mit erstaunlicher Klarheit und Eleganz. Ihr Buch präsentiert überraschende Zusammenhänge.« (Karl Pfeifer, jungle world)

»Caroline Fourest war Mitarbeiterin auch von „Charlie Hebdo“, sie publiziert und lehrt zu Fragen des Multikulturalismus und universellen Menschenrechten. An zahllosen konkreten, oft selbst erlebten Fällen in Europa und Nordamerika schildert sie, wie Wissenschaftler und Autoren jeden Geschlechts ebenso wie Künstlerinnen und Künstler und ihre Werke bedrängt und abgecancelt werden: weil es für reale oder vermeintliche „Opfergruppen“ verletzend sei, wenn sich andere zu deren Themen äußern und sie sich so gleichsam neokolonial „anverwandeln“. Versuche der Inklusion werden so im Gestus offensiver Exklusion abgewiesen. Muslimische Studentinnen zum Beispiel verweigerten Caroline Fourest, weiß, lesbisch, jüdisch, das Recht, mit ihnen über politischen
Islamismus zu sprechen.« (Peter von Becker, Tagesspiegel)

»Ein warnender Ausblick auf die Zukunft.« (Stefan Laurin, Ruhrbarone)

»Der Band […] ist keine blosse Warnung, sondern kritisiert einen zurzeit modischen Hang zum Identitären und Moralistischen, der zumindest in der jungen, neuen Linken längst den Ton angibt.« (Nico Hoppe, NZZ)

»Letztlich sind die von Fourest behandelten Auswüchse linker Identitätspolitik Folgen der Kulturalisierung eminent politischer Konflikte, denen sehr materielle Ausbeutungs- und Ausgrenzungsbeziehungen zugrunde liegen.« (Peter Köhler, junge Welt)

»In ihrem Buch analysiert die Französin, wie sich ein Teil der Linken zum Steigbügelhalter des politischen Islam macht, gestützt von einer naiven Universitätselite. Den Kampf um die Freiheit gibt sie dennoch nicht verloren.« (Ute Cohen, Die literarische Welt)

»Fourests Buch dient dem Zweck, ein Übergreifen links-identitärer Sichtweisen von angelsächsischen Ländern auf Europa zu verhindern. Die Autorin vertritt die Kernthese, dass es insbesondere in den USA keinen universalistischen Zugang zu ethnischen Problemen mehr gebe, sondern nur noch einen rassisch-identitären. Zwei gegensätzliche Konzepte von Antirassismus hätten sich entwickelt, zwei Konzepte, die sich einander ausschließend gegenüberstünden: auf der einen Seite ein universalistisch geprägter, republikanischer und säkularer Antirassismus, der die Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von ihrer Hautfarbe oder geschlechtlichen Orientierung zu erstreiten versuche und der antitotalitär ausgerichtet sei. Auf der anderen Seite stehe ein zum Fundamentalismus neigender, identitärer Antirassismus, der eben keine Gleichbehandlung, sondern eine besondere Behandlung wie auch immer gearteter Minderheiten propagiere. […] Fourest ist mit „Generation beleidigt“ eine ganz wunderbare, teils deftige Streitschrift gelungen, die trotz der eigenen (zum Teil leicht antikapitalistischen) Schlagseiten Pflichtlektüre jedes Kurses zu Interkulturalität werden sollte.« (Rainer Lisowski, Portal für Politikwissenschaft)

»Nicht nur eine intellektuell brillant geschriebene Streitschrift, sondern bietet zugleich einen interessanten und informativen geschichtlichen Rückblick zum Thema und macht viele Dinge somit leichter verständlich.« (Melanie Thaler, Wild-Magazin)

»Kompakt zeichnet ‘Generation Beleidigt’ nach, wann, wo und warum ein Teil der Linken rechts abgebogen ist.« (Tilmann Ziegenhain, Neues Deutschland)

»Das Unbehagen wächst, und es wächst allenthalben. Man muss längst nicht mehr die politische Seite wechseln, um die inquisitorischen Praktiken der kulturellen Linken als selbstgerechte Inszenierung zu erleben. Zornige Feministinnen wie die Pariser Publizistin und Filmemacherin Caroline Fourest hadern mit einer „Generation Beleidigt“, die universalistische Forderungen nach Gleichstellung und Gerechtigkeit an Geschlecht und Hautfarbe derjenigen knüpfen, die sie vortragen. Und sie rauft sich die Haare über die „neue Gotteslästerung“, derer sich noch die harmloseste Form „kultureller Aneignung“ bezichtigen lassen muss.« (Gregor Dotzauer, Tagesspiegel)

»Fourest argumentiert schlüssig, meist sachlich und, selbstwenn sie Neid und Missgunst benennt, ohne ihrerseits zu verletzen.« (Janina Fleischer, LVZ)

»Die Autorin beleuchtet in ihrer sehr konkreten und lebhaft schildernden Abhandlung […] den scharfen Gegensatz zwischen zwei sich unversöhnlich gegenüber stehenden Konzepten des Antirassismus. Auf der einen Seite der klassisch linke oder besser: herrschaftskritisch-emanzipatorische universalistische Antirassismus, der gegen irrationale Vorurteile und die essentialistische Festschreibung von Identitäten als unentrinnbare (verdinglichte) Gegebenheiten antritt, eine Gleichbehandlung im Namen des Universalismus fordert und das Resultat einer langen Geschichte ist, ‘die von der Philosophie der Aufklärung bis zur allgemeinen Erklärung der Menschenrechte reicht’. Dem steht auf der anderen Seite ein identitärer Antirassismus gegenüber, der das Prinzip der kritischen Betrachtung und Hinterfragung desavouiert und eine besondere Behandlung bzw. „positive Diskriminierung“ im Namen der festgefügten und unantastbaren kulturellen Identität propagiert, auch wenn die zugrunde liegenden Kulturen autoritär-hierarchisch strukturiert und irrational scheinlegitimiert sind.« (Hartmut Krauss, Hintergrund-Verlag)

»Generation Beleidigt zeigt die Entwicklung eines zunehmend rigiden gesellschaftlichen Klimas detailliert und gut nachvollziehbar auf.« (Hans Durrer, Bücher & Bilder Blog)