Critica Diabolis 174
Paperback
448 Seiten
22.- Euro
ISBN 978-3-89320-141-9
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Dreißig Jahre nach dem NATO-Doppelbeschluß und dem Beginn der Friedensbewegung als nationaler Erweckungsbewegung wird ihr schärfster und klügster Kritiker Wolfgang Pohrt 65. Zwei Ereignisse, die es verdienen, mit einem Best-Of aus Wolfgang Pohrts umfangreichen Werk gewürdigt zu werden.
Anfang der Achtziger schrieb Pohrt seine großen Artikel wie »Ein Volk, ein Reich, ein Frieden«, der damals in der Zeit erschien und eine große Resonanz hervorrief. Aber es sind nicht nur seine Analysen der Friedens- und Alternativbewegung enthalten, sondern mit diesem Buch liegt eine umfangreiche Leistungsschau des vielseitigen Autors vor, d.h. auch seine großen Essays über Eric Ambler, Rudyard Kipling, Hannah Arendt und über Adorno. Auch einige bislang unveröffentlichte Artikel werden enthalten sein. Pohrt hat sich in seiner kurzen Karriere als Autor mit so ziemlich jedem angelegt und es sich verscherzt. Der Mainstream war ihm immer suspekt, und wenn alle von der Richtigkeit einer Sache überzeugt waren, dann fing Pohrt an, daran zu zweifeln und Gründe dafür zu fnden.
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Klaus Bittermann

Pressestimmen

»Wozu Pohrt lesen? Es ist die Schönheit und die Radikalität dieser perfekt formulierten polemischen Kritik, die heutzutage ihresgleichen sucht – kompromiss- und rücksichtslos auch der eigenen Karriere gegenüber. Kehre wieder, Pohrt, kehre wieder!« (Rudolf Görtler, Fränkischer Sonntag)

»Wenn das Geschäft der Ideologen darin besteht, mit der Wahrheit zu lügen, bestand das des Ideologiekritikers Wolfgang Pohrt darin, durch gnadenlose Übertreibungen Wahrheiten zutage zu fördern, die ausgewogeneren Kommentatoren des Zeitgeschehens regelmäßig entgingen. Kaum ein Text aus seiner gut zwei Jahrzehnte währenden Tätigkeit als publizistische Einmannguerilla, bei dem dem Leser nicht zunächst die Haare zu Berge stehen würden, dessen Befund jedoch am Ende keineswegs als Ausgeburt bemühter Querdenkerei beiseitegewischt werden konnte.« (Felix Baum, taz)

»All diese Texte belegen, dass wohl kaum ein/e KritikerIn das Adornosche Übertreibungsparadigma, demzufolge erst die Übertreibung eines Sachverhalts dessen Wahrheitsgehalt deutlich hervortreten lässt, ernster genommen und konsequenter praktiziert hat als Pohrt. Dessen ätzende Polemik traf immer wieder mit schlafwandlerischer Genauigkeit ins Schwarze. Die Lektüre macht deutlich, wie stilbildend Pohrt für die als »antideutsch« gelabelte Fraktion der deutschen Restlinken war und noch immer ist. Der Unterschied zu seinen zahllosen EpigonInnen besteht jedoch darin, dass Pohrt das Stilmittel der Polemik wie kein Zweiter beherrschte.« (Sebastian Tränkle, Phase 2)

»Links drapierte Krawallpublizistik.« (literaturkritik.de)

»Die beste Essaisammlung, die ich kenne. Der einzige Gesellschaftskritiker bei dem ich lachen musste, auch über mich, da ich glaubte, in Zeilen gebrochene schlechte Prosa sei Kunst, bloss weil sie vom Frieden und Umwelt handelt. Pohrts heiterer und kluger Geist schwebt über dem schwitzenden Bildungsgesülze seiner Zeit.« (Stefan Gleser, Saarländische Online-Zeitung)

»Wie der zornige Zeus auf dem Olymp sitzend und seine Blitze gegen die unschuldigen, auf der Wiese spielenden Kinder schleudernd – so ist Wolfgang Pohrt Pazifisten, Autonomen und anderen linken “Wir-Sagern” in den Achtzigern und Neunzigern vorgekommen. […] Was bleibt von den Kritiken, Polemiken und Reflexionen, nachdem sich das Getöse gelegt hat? Pohrt war vor allem einer der Vordenker des Topos vom Zivilisationsbruch. Er war bei Marx, Horkheimer und Adorno in die Schule gegangen und hatte Hannah Arendt gelesen, noch bevor sie bei der Neuen Linken zitierfähig wurde. Das Resultat war, dass Pohrt Auschwitz in den Mittelpunkt von Gesellschaftstheorie und politischer Praxis stellte.« (Jörg Später, konkret)

»Wolfgang Pohrt hat mit seinen Essays eine treffende Pathologie des bürgerlichen Bewußtseins geliefert. Dies alles ist bei Pohrt aber überwiegend keine traurige Angelegenheit, sondern mit größtem Vergnügen zu lesen.« (Reinhard Jellen, junge welt)

»Der Reichtum an Erkenntnissen, Einsichten und Durchblicken, den Pohrt verschwenderisch ausbreitet – oft mit aphoristischer Prägnanz und abgründigem Witz formuliert, die Pohrt auf einen Schlag zu einem unserer besten Polemiker machen –: diese intellektuelle Fülle ist hier gar nicht zu referieren.« (Wolfram Schütte, Frankfurter Rundschau)

»Die Treffsicherheit seiner Attacken ist enorm, in gewisser Hinsicht erschreckend hoch.« (Wolfgang Kraushaar)

»Neulich habe ich in einer einzigen Nacht Pohrts Kommentare gelesen und konnte dabei nicht umhin, mich ständig selber auszulachen.« (Bruno Preisendörfer)

»Im nachhinein muß ich einräumen, daß Pohrt mit seiner nach Ressentiment riechenden Vermutung, in der Friedensbewegung rumore noch etwas anderes als nur Friedensliebe, nicht ganz falsch gelegen hat.« (Lothar Baier)

»Pohrt ist ein deutscher Apokalyptiker, ein außer Rand und Band geratener Utopist.« (Reinhard Mohr)

»Pohrt hat funkelnde Marksteine in die Landschaft des Block-Konformismus gesetzt mit boshaft zugeschliffenem Witz.« (Josef Joffe)

»Brillant geschriebene Literaturkritiken stehen neben schonungslos sezierenden politischen Analysen.« (Peter Körte)

»Ich gebe zu, daß ich die Sachen, die er schreibt, nicht nur überzeugend, sondern auch beneidenswert gut formuliert finde.« (Henryk M. Broder)