Critica Diabolis 165
Engl. Broschur, Titelbild von Nikolaus Heidelbach
144 Seiten
12.- Euro
ISBN 978-3-89320-132-7
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Schon lange widmet sich Wiglaf Droste dem Zusammenhang zwischen sprachlicher und inhaltlicher Zerwirrnis, u.a. bei MDR Figaro und dem Bayrischen Rundfunk. Im vorliegenden Handbuch untersucht er, fern jeder Rechthaberei, Vokabular wie “tausend Prozent, bedingungslos … Public Viewing … Helden … Mein Schuh, meine Welt … mental … zum Bleistift … Krieg in Bild … Deo-Image … Führerschein … Hypo & Chonder … feige & hinterhältig … Maffays Muttis Urne in der Finca … schnellstmöglichst … mega … Haarchitektur … Vertrauen … Wertigkeit” u.v.a.m.
Droste wäre allerdings nicht Droste, wenn er selbst bei diesem Thema nicht große Sprachliebe walten ließe und sich vor Wörtern wie “Mótschekiepchen”, “Päckchen” oder “Mösenstövchen” verneigte – persönlich, etymologisch und immer der schönen Sprache dienlich. Was Droste, solo oder im Verein mit Vincent Klink und Nikolaus Heidelbach produziert, nannte die Welt im November 2008 “hochprozentig, abgründig, sehr böse und sehr lustig”.

Pressestimmen

»Wenn Droste seine Sprache entsichert, fließen eben nicht Blut oder Galle, sondern Weisheit und Witz..« (Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung)

»Droste ist nicht nur ein genialer Satiriker und Kolumnist, er ist auch ein grandioser Rezitator. Obgleich immer butterweich, erreicht seine Stimme verschiedene Register: tief und rauh, hauchend, polternd.« (Hannoversche Allgemeine Zeitung)

»Seine Art der Sprachkritik funktioniert wie eine Schrottpresse, die alles, was ihr zum Fraß vorgeworfen wird, auf einen kompakten Haufen reduziert. Und wenn Droste sich einen der “Seriöstuer” vorknöpft, die uns täglich beschallen und beschwatzen, dann ist absehbar, wer auf der Strecke bleibt. […] Droste bringt es gnadenlos auf den Punkt, und wer nicht gemeint ist, der freut sich, dass es die anderen erwischt hat. « (Henryk M.Broder, SPIEGEL Online)

»Das Wichtigste an Drostes Texten ist seine Kritik nicht nur an gesellschaftlichen Alltagsbanalitäten und dumpfem Konsumismus, sondern an immer weniger versteckten Rassismen und Nationalismen, die aus so mancher unbewusster Sprachentgleisung schimmern. Die Kritik an allem Deutschtümelnden und Affirmativen trifft dabei gerade die Sprachkritiker und ihre zwangsneurotische “Korrektoritis“. “Dass man auch in kernseifenem Deutsch rasserein irrsinnig sprechen kann, beweisen die Angehörigen der Sprachschutzstaffeln selbst am besten“. Alles Oberlehrerhafte und das anglophobe Gehabe seltsamer Sprachgesellschaften, Sprachschützer und “Unwort des Jahres“-Kürer sind Droste zu Recht ein Grauen: “Wer Unfug als solchen erkennt, hat ihn bereits dingfest gemacht und muss sich nicht benehmen, als gäbe es eine Meldepflicht für schlechte Laune.“ Seine eigene “kleine Sprachkritik“ ist hierfür immerhin eine unterhaltsame Erkenntnishilfe.« (Marcel Raabe, dnews.de)