Critica Diabolis 195
Broschur, aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Register von Franz Dobler
288 Seiten
18.- Euro
ISBN 978-3-89320-164-8
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Ry Cooders Geschichten sind lakonisch und sie klingen manchmal wie ein schwermütiger Blues, in dem jedoch immer auch die komischen Seiten des Lebens, des Sex und Drugs und Rock‘n‘rolls zum Vorschein kommen. Er erzählt auf ganz unspekta-kuläre Weise von mexikanischen Volksmusikern, von Parkpropheten, Hinterhofzahnärzten, Schneidern, Vertretern und Disc Jockeys und vom Leben und Sterben in den Straßen von Los Angeles in der vierziger und fünfziger Jahren. Cooder liefert keine geschönte Postkartenansicht der Stadt, es gibt keinen Glamour und keine Hollywood-Stars.
Die Protagonisten gehören zu den Vergessenen, die in keiner Chronik auftauchen, nur die Stadt erscheint in ihrer ganzen Rücksichtslosigkeit, die jeden Versuch, einigermaßen über die Runden zu kommen, zunichte macht.

Pressestimmen

»Die Geschichten wirken wie locker hingeworfene Gitarrenakkorde.« (WOZ/Die Wochenzeitung – Schweiz)

»Es gibt immer ein Hinterzimmer, eine Knarre, einen Durchgeknallten, aber es gibt auch einen unerwarteten Kumpel, ein gutes Glas, Musik, ein Gespräch. Vollkommen unangestrengt kommen diese Stories daher.« (Elke Heidenreich, Die Welt)

»Die Stories von Ry Cooder spielen zwischen 1940 und 1958, sind also das Komplementärstück zu den Alben I, Flathead, My Name ist buddy und Chavez Ravine – da beschwört Ry Cooder die alten Zeiten herauf, die Nachkriegsjahre, die sogenannten Silent Fifties mit Kommunistenjäger McCarthy und J.Edgar Hoover, die Jahre als man sich abends zuhause oder in den Kneipen noch vor dem Radio traf und eigentlich ständig mit einer Invasion von Ufos rechnete. (…) Wer sich einlässt auf diese Alben bekommt den Film gleich mitgeliefert und jetzt auch noch die Stories, für die deutsche Ausgabe übersetzt von Franz Dobler, der genau den Ton von Cooder trifft.« (Stephan Maelck, MDR Figaro)

»Cooders Geschichten sind prosaische Fortsetzungen seiner Lieder. Meist in der Ich-Form geschrieben, erzählen sie von Typen, die vom Regen in die Traufe geraten, […] (er) leuchtet stimmig und unsentimental das Showbusiness aus, wo ein Mexikaner noch weniger wert ist als ein Schwarzer. Damit wird ein akkurates Bild des offenkundigen Rassismus jener Zeit gezeigt.« (Thomas Hermann, NZZ)

»… ‘In den Straßen von Los Angeles’ ist weit mehr als nur beachtlich, unter den acht Kurzgeschichten sind gleich mehrere waschechte Hit-Singles vertreten. Hintereinander weggelesen ergibt sich ein Konzeptalbum über L.A. in den 1940er- und 50er-Jahren, durchaus nostalgisch inszeniert, aber zuverlässig auf Turbulenzen aus. (…) Diese Erzählungen sind aber auch mit allen Insignien der besten Hollywood Drehbücher gespickt, in gefühlt tausend Episoden wird das ganze Repertoire von prekären Verführungen, banalem Daseinskampf, raffinierten Verfolgungsjagden und todtraurigen Schlüssen abgerufen und L.A. als permanent umkämpftes Territorium beschrieben.« (Andreas Schäfler, junge welt)

»So wie Cooder nach etlichen Gastspielen und Soloalben und Soundtracks musikalisch nicht festzunageln ist, genauso wäre es eh zu simpel, zu sagen, er schreibt wie er spielt. Treffender wäre vielleicht: er schreibt, was er spielt. Action im Million Dollar-Kino am Broadway, Tex-Mex, das wüste, oft unverdaute Nebeneinander der normalen kleinen Zwischentöne, der Hingabe und Liebe zur Musik. In L.A., oft abseits von Mord und Totschlag.« (Matthias Penzel, CULTurMAG)