Critica Diabolis 176
Paperback
192 Seiten
14.- Euro
ISBN 978-3-89320-143-3
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Nach dem Überraschungserfolg mit seinem Debüt »In Bed with Buddha«, einem episodischen Entwicklungsroman, der den Autor aus dem behüteten Elternhaus im heimischen Münster ins Krisengebiet Wedding führte, weil dort zufällig was frei war, jetzt also Geschichten aus dem Problembezirk selbst, wo goldkettchenbehängte in makellosem Weiß gekleidete Jungtürken breitbeinig den Bürgersteig einnehmen und auf gefährlich machen, aber einem dann doch nur helfen, die gesuchte Adresse zu finden, wo ein türkischer Wirt mit deutschem Essen eine Marktlücke entdeckt zu haben glaubt, wo Friedrich der Große in voller Montur herumläuft, ohne daß jemand Anstoß daran nimmt, wo Dönerverkäufer, Kleinkriminelle, Säufer, Finanzbeamte und religiöse Spinner aller Irrglaubensrichtungen sich tummeln und in Wernings Geschichten unsterblich werden.
Werning, von Haus aus Reptilienforscher, hat das gemacht, was er gelernt hat: seine Umgebung und ihre Geschöpfe beobachtet und seine Beobachtungen aufgeschrieben, die geprägt sind von schöner Selbstironie und Lakonie.

Pressestimmen

»Ein Büchlein, das die Augen für Alltägliches am Rande des Glitzers und der Hektik öffnen kann.« (Tagesspiegel)

»Würden Sie nachts durch den Wedding spazieren? Es ist sicher nicht die Bronx, aber dort kann es nachts trotzdem ganz schön unheimlich werden. Wenn man sich trotzdem hintraut, kann man dort allerlei kuriose Gestalten erleben, wie Heiko Werning sehr lustig schildert.« (Berliner Morgenpost)

»Der gelernte Reptilienforscher, der sonst Fachbücher über Grüne Leguane und Blauzungenskinke schreibt, beobachtet seine ihm in gut zwanzig Jahren lieb gewonnene Berliner Umgebung. Sie erstreckt sich zwischen den Drogenabhängigen am Leopoldplatz, den Finanzbeamten an der Osloer Straße und den Volksmissionaren der charismatischen Bewegung an der Seestraße. Ein Mikrokosmos, den Werning nicht einfach nur beschreibt, sondern mal mit gekonnter Zuspitzung, mal mit gnadenloser Übertreibung überzieht und stets mit seinem trockenem münsterländer Humor zum Besten gibt. Werning geht dabei hart, aber unterhaltsam ins Gericht. Sowohl mit denen, die den Wedding als gescheiterten, islamisierten Problembezirk schon abgeschrieben haben, als auch mit jenen, die dort im Norden von Berlins Mitte den kommenden In-Bezirk sehen.« (Christoph Wenzel, Die Welt)

»Werning lebt fast 20 Jahre im Wedding und amüsiert sich, dass sein Kiez von Journalisten abwechselnd als Krisengebiet mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen oder als kommendes In-Viertel beschrieben wird. Der Blick des Berliner Lesebühnen-Autors, Liedermachers und Reptilienfreundes ist realistischer – und humorvoll. Es ist sehr komisch, wie er das eherne Gesetz des Weddings schildert: das gegenseitige Ignorieren, ob aufgeplusterte Gangs, Pfingstler oder ein Friedrich-der-Große-Double. Und wie fatal, weil umständlich, es sein kann, den pakistanischen Hausmeister Akshat durch eine anonyme Hausmeisterserviceagentur zu ersetzen, das können auch Nicht-Wedding-Bewohner nachvollziehen.« (Mark-Christian von Busse, Hessische Allgemeine)

»Eigentlich möchte man jede zweite Zeile zitieren, man möchte diese Sätze wegen ihrer Genauigkeit immer mit sich herumtragen und sagen: Die hat jemand geschrieben, der die Dinge von ihrem Inneren heraus erforscht. Ein Wilder unter Wilden, der sich auch gerne mal darüber amüsiert, wie der Blick von außen auf seine Heimat fällt.« (Jule D. Körber, Literaturkritik.de)

»Das wahre Leben schreibt keine Geschichten. Das müssen schon die Autoren tun. Wenn sie so gut wie Heiko Werning sind, vermitteln sie den Eindruck, das Leben sei am Erzählen..« (Alexander Reich, junge welt)

»Das Unspektakuläre findet seinen würdigen Platz in Wernings Texten, es wird zuweilen überhöht, zugespitzt, ins Absurde gedreht, oft aber auch nur lakonisch dahererzählt. Werning gräbt sich tief in die Beobachtung einer Situation und destilliert ihre komische Essenz. Er schreibt mit exzellent trockenem Humor.« (Jana Sittnick, taz)