Critica Diabolis 151
Paperback, Titelbild von Ruth Zadow
128 Seiten
12.- Euro
ISBN 3-89320-115-7
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Bernd Kramer sitzt in der Regel im Goldenen Hahn am Heinrichplatz, häufig zusammen mit Thomas Kapielski und anderen Künstlern und Berufstrinkern aus Berlin-Kreuzberg, um das Komische, Sinnlose, Absurde zu erforschen, oder was immer eben nötig ist, um dem ein oder anderen Bier den Garaus zu machen. Dabei sind Aufzeichnungen entstanden, die von sperriger Schönheit sind und die sich erst wirklich begreifen lassen, wenn man selber die entsprechenden alkoholischen Vorkehrungen getroffen hat. Ideen nahmen Formen an: Z.B. wurde ein Antrag gestellt, den Goldenen Hahn als Weltkulturerbe anzuerkennen. Außerdem wurden aufgrund chronischer Geldknappheit verschiedene Banken schriftlich dazu aufgefordert, die in den Miesen stehenden Konten umgehend aufzufüllen.
Kramer hat sich aber auch auf ausgedehnte Streifzüge durch die Gemeinde und durch die Berliner Kneipenlandschaft begeben und dabei nicht nur getrunken (das natürlich auch), sondern beobachtet, daß tief unten am gesellschaftlichen Bodensatz auch tiefe Erkenntnisse zum Vorschein kommen:
So sechs wie wir fünf gibt es keine vier, denn wir drei sind die beiden einzigen.
Kramer ist es zu verdanken, daß solche Weisheiten nicht verloren gehen.