Critica Diabolis 191
Paperback, aus dem Amerikanischen von Norbert Hofmann
272 Seiten
18.- Euro
ISBN 978-3-89320-160-0
Bestellen

Die Einzelteile von Motherfucker bestehen aus zwei Wörtern – eines ist heilig, das andere profan und weltlich – und verschmolzen im Laufe der Zeit wie zwei Seifenstücke nach intensivem Gebrauch. Zunächst handelt es sich bei dem Begriff um eine herkömmliche Beleidigung. Der U.S. Supreme Court (Keefe gegen Geanakos, 1969) bezeichnete Motherfucker als »einen vulgären Ausdruck für einen inzestuösen Sohn«, der allerdings »äußerst offensiv« verwendet wird. Motherfucker hatte einst die Macht eines Zauberwortes, die einen mild gestimmten Mann in unkontrollierte Wut ausbrechen und Amok laufen ließ.
Auch heute noch glauben viele Menschen, daß der Gebrauch dieses Wortes den öffentlichen Sprachraum vergiften würde. Andere hingegen stehen dem Begriff neutral, ja sogar positiv gegenüber. Motherfucker kann heute alles bedeuten oder eben auch nichts. Der Journalist Jim Dawson hat als weltberühmte Autorität auf dem Gebiet der »Motherfucker«-Forschung die Karriere dieses berühmt-berüchtigten Wortes untersucht.

Pressestimmen

»Jim Dawson nimmt sich die Wirkungsgeschichte dieses Über-Tabuworts vor. Motherfucker hat längst die Popkultur und die Alltagssprache erobert. Der Ausruf motherfucking son of a bitch kam spätestens 1969 mit Philip Roths ‘Portnoys Beschwerden’ in die Literatur.« (Frankfurter Rundschau)

»Dawson untersucht die Populärkultur und verfolgt die Begriffsgeschichte bis zurück in die Zeit der Sklaverei. Weil ihn interessiert, warum sich das Wort gerade in der Alltagssprache junger schwarzer Männer festgesetzt hat, stellt er verschiedene psychoanalytische Ansätze vor, die zu klären versuchen, welche Funktion Mutterliebe und Frauenhass für den vom Rassismus kleingehaltenen jungen Schwarzen haben. Denn eines steht fest: Auf der Bühne mag ein dahingeworfenes »Motherfucker« nur noch Gähnen hervorrufen, auf der Straße eher nicht.« (Anne Kreby, Jungle World)