Critica Diabolis 300
Paperback, mit einem Vorwort von Wolfgang Pohrt
ca. 400 Seiten
ca. 24.- Euro
ISBN 978-3-89320-280-5
Erscheinungsdatum September 2021
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Im Herbst 1987, ein halbes Jahr nach seinem Tod, erschien in der Edition Tiamat ein Band mit Schultz-Gersteins Artikeln, dem damals glänzendsten Journalisten in der Kulturszene. Nun erscheint eine erweiterte Ausgabe seiner journalistischen Arbeiten. Über den pastoralen Singsang Peter Handkes und das Evangelium des kritischen Opportunisten Botho Strauß, über eine Vatertagstour durch den Raketenwald, über die Offizierskasino-Bildung Marcel Reich-Ranickis und ein Gespräch mit Jean Améry über den Selbstmord. Schultz-Gerstein hatte für die Zeit Reportagen geschrieben über den Mythos Heidegger und über einen Selbstversuch, sich das Rauchen abzugewöhnen, bevor er beim Spiegel anfing. Er verschaffte nicht nur einer kritischen Intelligenz wie Eike Geisel und Wolfgang Pohrt die Möglichkeit, im Spiegel zu publizieren, er war auch einer der wenigen Journalisten, dem das Feuilleton nicht als Schaufenster selbstverliebter Eitelkeit diente, um bange Fragen zu stellen und die Meinungsvielfalt zu fördern. Vielmehr sezierte er intelligent, analytisch präzise und stilistisch brillant häufig hochgelobte Autoren.

Pressestimmen

»Als der Journalist Christian Schultz-Gerstein starb, verlor die Kultur-Publizistik einen ihrer wenigen Wider-Denker und Trend-Verweigerer.« (Stern)

»Liest man seine Arbeiten heute gesammelt nach, fallen einem nicht nur sprachliche Brillanz und ästhetische Strenge auf, sondern auch der selbstmörderische Schwung, mit dem er sich gegen den Strom stellte. Verständlich, dass solche Einblicke in die Innenwelt des Kulturbetriebs wie eine Art Nestbeschmutzung aufgenommen werden mussten.« (Henryk M. Broder, Süddeutsche Zeitung)