Revolverhelden auf Klassenfahrt

Hartmut El Kurdis Geschichten und Kolumnen sind komische, erfrischend wütende, mitunter selbstironisch-sentimentale Exegesen des alltäglichen deutschen Irrsinns. Sei es in einem Kommentar zur Beschneidungsdebatte, in einem Dankesstoßgebet zum angekündigten Ruhestand des Kinderlieder-Satans Rolf Zuckowski oder in einer satirischen Meditation über Fitnesswürste mit rechtsdrehender Milchsäure – immer wird das Allgemeine mit dem Privaten und Persönlichen verwoben. Als aufmerksamer Teilzeit-Flaneur hält er aber auch die kleinen, oft vernachlässigten Phänomene des Alltags für literaturwürdig. Zum Beispiel Staub: »Staub ist böse und das nicht nur einmal, sondern fortwährend. Er kommt immer wieder, egal was man tut. Selbst wenn man täglich oder wöchentlich staubwischt. Das ist wie mit dem Rasieren. Kaum hat man es gemacht, wächst das Elend schon wieder nach«.

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