Critica Diabolis 288
Hardocer, aus dem Englischen von Dominik Fehrmann
184 Seiten
24.- Euro
ISBN 978-3-89320-270-6
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Eine Auseinandersetzung mit der Art und Weise, wie wir uns selbst sehen und definieren. »Selbstporträt in Schwarz und Weiß« ist die Geschichte einer amerikanischen Familie, die sich über mehrere Generationen hinweg verändert auf ihrer Suche nach dem, was es heißt schwarz zu sein, und dem, was als weiß angenommen wird. Thomas Chatterton Williams, der Sohn eines »schwarzen« Vaters aus dem abgehängten Süden, und einer »weißen« Mutter aus dem Westen, war sein ganzes Leben davon überzeugt, dass ein einziger Tropfen »schwarzen Bluts« einen Menschen schwarz macht. Das war so fundamental für sein Selbstverständnis, dass er nie eine andere Überlegung zuließ. Aber die schockierende Erfahrung, der schwarze Vater zweier weißer Kinder geworden zu sein, erschütterte diesen Glauben. Es ist jedoch nicht so, dass er nun glaubte, nicht mehr schwarz zu sein oder dass seine Kinder weiß sind, sondern dass sich diese Kategorien von niemanden mehr angemessen erfassen lassen. Großartig geschrieben und darauf aus, die festgefahrenen Meinungen über race auf den Kopf zu stellen.

Pressestimmen

»Es gibt eine Tendenz im antirassistischen Diskurs, bei der man die Kategorien ‘Schwarz’ und ‘Weiß’ sehr absolut setzt. Wenn man die so stark setzt, verliert man natürlich auch den Blick aufs Individuelle und auf die Differenzen, denn keine Gruppe, weder ‘die Weißen’ noch ‘die Schwarzen’ sind homogene Gruppen. Es gibt immer ganz unterschiedliche Interessen, ganz unterschiedliche Erfahrungen und natürlich gibt es auch eine große Schnittstelle mit Klasse, also so etwas wie Armutsverhältnisse oder Bildungsprivilegien und finanzielle Privilegien. Und das soziologische Bild ist natürlich differenzierter. […]  Ich glaube nicht, dass das die antirassistischen Denker grundsätzlich aushebelt. Es ist ein ergänzender Blick, der noch mal eine andere Perspektive eröffnet, wie man die Sache auch sehen könnte.« (Catherine Newmark, WDR 3)

»Williams’ Kritik ist von einem erfreulichen, auch überraschenden Optimismus getragen.« (Marlen Hobrack, taz)

»Wer begreifen möchte, was Rassismus heute bedeutet und was nicht, muss zu diesem hinreißenden Buch greifen.« (Adam Sobocynski, Die Zeit)

»In diesem persönlichen und literarischen Schreiben lassen sich Ambivalenzen, Momente der Unsicherheit und der Absurdität einfangen, die manchmal erhellender sind als die großen Theorien.« (Catherine Newmark, DLF Kultur)

»Statt sich weiter in magischen Vernünfteleien über Rasse und Rassismus zu ergehen, so Chatterton Williams, wäre es an der Zeit, eine universelle Ethik für die Menschheit in all ihren ethnischen Schattierungen zu entwerfen. […] Ein couragiertes Experiment – mit offenem Ausgang.« (Marc Neumann, NZZ)

»Williams Überlegungen sind nicht wirklich neu oder revolutionär, sie dürften aber vor dem Hintergrund gegenwärtiger Kämpfe um Begriffe als Provokation aufgefasst werden, […] Trotz blinder Flecken und Widersprüche ist ‘Selbstportrait in Schwarz und Weiß’ eine anregende und berührende Lektüre. Williams schreibt aus einer sehr persönlichen, nach Worten tastenden und mit Möglichkeiten spielenden Perspektive.« (Jonas Engelmann, jungle world)

»Die gängigen linken Topoi sowohl eines grotesken Fundamentalkonstruktivismus als auch einer essenzialistischen Identitätsfestlegung meidet Williams. Seine Idealvorstellungen einer Zukunft fernab von ›race‹ erinnern an die radikal individualistischen Träume von Martin Luther King und nicht an den derzeit wiederkehrenden ›Black is Beautiful‹- und ›Black Power‹-Kult eines rassischen Kollektivs.« (Nico Hoppe, Welt)

»Eine elegant vorgetragene und pointiert kritische Reflexion über race und Identität, die perfekt in unsere Zeit passt. Dies ist ein subtiles, beunruhigendes und mutiges Buch. Ausgehend von seiner eigenen Lebensreise startet Thomas Chatterton Williams einen großen Angriff auf die konventionelle Weisheit der Rassenkategorisierung in Amerika.« (Glenn Loury, Brown University)

»Die furchtbare Kluft zwischen Schwarz und Weiß wird nicht dadurch überbrückt, dass man sie im Sinne eines prinzipiell unlösbaren Konflikts zwischen kollektiver Schuld und kollektiver Unschuld versteht. ›Alle Weißen sind schuldig‹ ist nicht nur gefährlicher Unsinn, sondern Rassismus mit anderen Vorzeichen.« (Hannah Arendt)

»Diese bewegenden und fesselnden Memoiren sind in bestem Sinne unmodern. In einer Zeit, in der selbst vermeintlich optimistische Zukunftsvisionen davon auszugehen scheinen, dass die Amerikaner immer über ihre Hautfarbe definiert werden, lässt uns Thomas Chatterton Williams von einer Zukunft träumen, in der die Bedeutung von race zurückgehen wird. Ein anregendes Buch von einem der größten Schriftsteller unserer Zeit.« (Yascha Mounk Autor von »Der Zerfall der Demokratie. Wie der Populismus den Rechtsstaat bedroht«)

»Der Schriftsteller Thomas Williams kritisiert starres Identitäsdenken. Die Antwort auf Rassismus sieht er in einem neuen Universalismus.« (taz)

»Ein mutiges Buch, das ich nicht mehr weglegen konnte. Sollten wir in einer Zeit, in der die Vorherrschaft der Weißen in vielen Ländern wieder auflebt, dagegen ankämpfen, indem wir auf der Gleichheit oder der Beseitigung von race als soziale und biologische Kategorie bestehen? Das ist eine Frage, die gestellt, und eine Debatte, die geführt werden muss.« (Anne-Marie Slaughter, CEO, New America)

»Thomas Chatterton Williams verfügt über die wesentlichen Dinge, die ein Schriftsteller braucht – Sprachbeherrschung, Komplexität und Tiefe des Denkens und vielleicht vor allem Mut. Dieses Buch bringt einen frischen Wind, der Ihr Denken über race in Amerika verändern wird.« (George Packer Autor von »Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika«)

»Eine fließende, fesselnde, wenn auch oft beunruhigende Geschichte…« (Emily Bernard, Harper’s)

»Ein Buch, das die Leser sicherlich provozieren, informieren und bewegen wird, unabhängig davon, auf welcher politischen und philosophischen Seite sie stehen.« (Phil Klay Autor von »Wir erschossen auch Hunde)

 

»Williams fordert uns heraus, über Amerikas rassische Binaritäten hinaus zu denken.« (Zaid Jilani, The Guardian)

»Williams ist so ehrlich und frisch in seinen Beobachtungen, so geschickt darin, seine eigene Geschichte mit Grundsätzlicherem zu vermischen, dass es schwer fällt, ihn nicht zu bewundern.« (Andrew Solomon, New York Times)

»Ein mitreißender Aufruf zu echter Befreiung.« (Mark Lilla)