Critica Diabolis 289
Broschur
ca. 112 Seiten
ca. 14.- Euro
ISBN 978-3-89320-271-3
Erscheinungsdatum März 2021
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Sprache wird immer unmenschlicher. Begeistert, mindestens reflexhaft übernehmen die Zeitgenossen, auch die akademisch gebildeten, die Sprach- und Sprechbausteine der Apparate, des Frühstücksradios, der Sportsendung, der Werbung; und also reden sie, wie das Reklameradio und all die anderen Agenturen der Verblödung reden. Von Wortschatz will man, tagtäglich zugemüllt von Knallervokabular wie lecker, mega, nachvollziehen und alles gut, im Ernst nicht mehr reden.

Über Orwell wissen sie alle immer Bescheid, aber wie doppelplusgut sie daherschwätzen, dafür fehlt ihnen genau jener Sinn, den die konforme als Terrorsprache liquidiert. »Nur, was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen für verständlich; nur das in Wahrheit Entfremdete, das vom Kommerz geprägte Wort berührt sie als vertraut«, wusste Adorno, und also werden Kinder selbstverständlich zu Kids und Mädchen natürlich zu Mädels, und wer so spricht, ist einverstanden, auch wenn er, als Wutbürger oder wenigstens kritische Zeitungsleserin, vom Gegenteil überzeugt ist.

Pressestimmen

»Kein Zweifel: Gärtner kann schreiben … Frech und aggressiv, und lustig ist er auch.« (FAZ)