Critica Diabolis 55
Paperback
280 Seiten
17.- Euro
ISBN 3-923118-49
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Mag der Arbeiter auch halbwegs komfortabel versorgt sein, so verfügt er doch nur über Almosen statt über Gebrauchswerte, weil ihm die wesentliche Gebrauchswertqualität der gegenständlichen Welt, Domäne seines Willens zu sein, verschlossen bleibt. Was er mehr besitzt als die Gegenstände seiner kreatürlichen Bedürftigkeit, kann er als Objekt eines fremden Willens im Wortsinn nicht gebrauchen, selbst wenn er der juristische Eigentümer ist. Es ist dieser eigentlich triviale Sachverhalt, der alle subjektiv gutgemeinten Bemühungen sozialdemokratischer Stadtplaner, die Arbeiter mit “humaner” Architektur zu beglücken, in einem Desaster scheitern läßt. Die Verblüffung darüber ähnelt stets der naiven Frage an den verwöhnten Sklaven, an die verwöhnte Gattin oder das verwöhnte Kind, warum sie denn in aller Welt nicht glücklich seien, wo sie doch alles besäßen.
Um so erstaunlicher ist solche Ignoranz, als die Bürger die Ohnmacht, die dem Menschen selbst den Komfort vergällt, am eigenen Leib erfahren haben. Eine überarbeitete Neuauflage der 1976 erschienenen und seit langem vergriffenen Studie, erweitert um Texte über “Vernunft und Geschichte bei Marx” und “Wegwerfbeziehungen”, einem Versuch über die Zerstörung der Gebrauchswerte.

Pressestimmen

»Wollte man die Theorie des Gebrauchswerts auf einen zentralen Nenner bringen, so könnte man sagen, daß sie gegen die Illusion gerichtet ist, man habe die Realität in Form der Kategorien der Marxschen Ökonomiekritik fraglos und ein für allemal im Griff.« (Bahamas)

»Wer zum Kraftzentrum des Pohrt’schen Denkens vordringen will, muss auf einen fast 30 Jahre alten Text zurückgreifen: “Die Theorie des Gebrauchswerts”, seine Doktorarbeit und einer der scharfsinnigsten Kommentare zur Marx’schen Kritik der Politischen Ökonomie. Hier entwickelt er den Grundgedanken, dass der Kapitalismus seine eigenen Grundlagen zerstört, ohne dass die erhoffte Zusammenbruchskrise naht, aus der das Proletariat siegreich hervorgeht. Vielmehr hebt sich der Kapitalismus auf seiner eigenen Grundlage auf, wir treten in eine geschichtslose Zeit ein.« (Felix Klopotek, taz)