Critica Diabolis 198
Broschur, aus dem Englischen von Sylvia Prahl
168 Seiten
16.- Euro
ISBN 978-3-89320-168-6
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Pulp war die beste britische Band der neunziger Jahre. Weltruhm erlangte sie mit Hits wie »Common People« oder »Disco 2000«. Besonders die Texte ihres Sängers Jarvis Cocker macht sie so unvergleichlich. Owen Hatherley weist nach, dass die für Britpop eigentlich viel zu gesellschaftskritischen und beißenden Songtexte eine literarische Qualität haben und dass die Themen Klassenkampf, Sex und Urbanismus im Pop selten eindringlicher behandelt und unterhaltsamer miteinander verknüpft wurden.
Die heruntergekommene Industriestadt Sheffield ist Kulisse und Inspiration für die erbarmungslosen Sozialdramen, die sich auch noch in ihren Liedern abspielen, als sie längst alle in London wohnen. Wie kein zweiter englischer Popsänger zeichnet Jarvis Frauenfiguren mit Empathie und ergreift für sie Partei. Die Antithese zum machistischen Lad, wie er durch Oasis repräsentiert wird.

Pressestimmen

»Das Grossartige an Pulp erschliesst sich in Hatherley Essays. Ihre Popsongs erzählen Sozialgeschichte – am überzeugendsten dort, wo sie Klassenfragen mit Sexfragen verknüpfen, gerne auch mit Architektur. Sie berichten aus einer untergegangenen Epoche, ‘als es noch möglich war, eine Sozialwohnung zu bekommen, obwohl man noch Arme und Beine hatte’. « (Klaus Walter, WOZ)

»Der Architekturkritiker Owen Hatherly hat einen Essay über die britische Band “Pulp” und die Industriestadt Sheffield geschrieben. Treffend vergleicht er den Architekturstil des Brutalismus mit der Musik der 80er-Jahre Britpopband. Im Ton polemisch, in der Analyse gründlich lotet er die Beziehung aus, die Sex, Großstadt und Klassenzugehörigkeit eingehen.« (Eva Behrendt, DRadio Kultur)

»Einzig die Tanzfläche verspricht Rettung, wo Sex zur Waffe wird, um es der Mittelklasse mal richtig zu zeigen. Es knistert zwischen den Klassen, während in Sheffield die Industrie am Ende ist, die Gewerkschaften sich ein letztes Mal aufbäumen. In diesem Umfeld wachsen die Mitglieder von Pulp auf – Arbeiterklasse, talentiert, aber ohne Perspektive.« (3 sat)

»Vielleicht hat Pop seine größten Momente dann, wenn er aus den Oberflächen eine Tiefe zaubert – als Art, sich eine Welt zu erschließen. So wie es der englische Autor Owen Hatherley tut, der als Architekturkritiker durch den abklingenden Zyklus des britischen Immobilienbooms flaniert.« (Christian Werthschulte, taz)

»Hatherleys Text pendelt daher ein wenig zwischen den Koordinaten Autorenbiografie, britische Zeitgeschichte und Pop-Diskurs. Falls man mit keinem davon wirklich etwas anfangen kann, wird man sich trotzdem rascher darin wiederfinden, als einem lieb ist. This is Hardcore.« (Radio FM 4)

»Aufschlussreicher poparchäologischer Essay.« (FAZ)

»Hatherley, der sich bisher als Architekturkritiker einen Namen gemacht hat, erforscht sozusagen die DNA einer archetypischen britischen Pop-Band.« (Julian Weber, Neue Zürcher Zeitung)

»Schonungslos seziert Hatherley Aufstieg und Fall eines typisch britischen Musikerkollektivs aus der Arbeiterklasse und legt anhand der Songtexte dar, warum Pulp sich von der englischen Supergroup dieser Zeit, Oasis, unterscheiden.« (Klaus Hübner, Westzeit)