Droste, Wiglaf

Wiglaf Droste, 1961 in Herford/ Westfalen geboren, lebt in Leipzig oder unterwegs. Er schreibt eine tägliche Kolumne für die junge Welt und leiht seine Stimme auf Hörbüchern verehrten Schriftstellern wie Voltaire, Dashiell Hammett, Volker Kriegel, Peter Hacks, Kinky Friedman und James Krüss. Für seine harsche, polemische, liebevoll wortschöpferische und lyrische Sprache wurde Wiglaf Droste 2003 mit dem Ben Witter-Preis und 2005 mit dem Annette von Droste-Hülshoff-Preis ausgezeichnet. 2013 erhielt er den Peter-Hille-Literaturpreis.
Wiglaf Droste erhält Nieheimer Schuhu 2013 / Der Peter-Hille-Literaturpreis wird am 13. September überreicht / Laudator ist der vorherige Preisträger Fritz Eckenga

Der Autor und Sänger Wiglaf Droste ist der diesjährige Preisträger des „Nieheimer Schuhu. Peter-Hille-Literaturpreis“. Das gab die Peter-Hille-Gesellschaft bekannt. Wie die Jury herausstellt, zeichnet den 1961 in Herford geborenen Autor „eine höchst produktive Aversion gegen hohles Pathos, angemaßte Wichtigkeit und manierierte Rhetorik aus, die er provokativ-polemisch in seinen satirischen Essays, Gedichten und Songs geißelt.“ In der Begründung heißt es weiter, seine Polemik richte sich nicht vorrangig gegen Personen, bestimmte Parteien oder Institutionen, sondern allgemein gegen die empörende Diskrepanz von geschöntem Gerede und tatsächlichem Verhalten, die Extrovertiertheit der Medien und den Sprachverfall unserer Zeit. „Was ihn antreibt, ist die Restitution einer authentischen Wahrhaftigkeit“, so die Jury.

Der durch Bücher, Zeitungs- und Radiokolumnen sowie zahlreiche CDs bundesweit bekannte Droste ist ein hellwacher, polemischer Satiriker, der sein nietzscheanisch anmutendes Lachen ausgießt über eine Zeit, in der Medienpräsenz und beruflicher Aufstieg am schnellsten über die Adaption einer normierten Rhetorik und geistigen Stromlinienförmigkeit zu erreichen sind.

Droste hält dieser überhitzten, überdrehten, durchökonomisierten und eitlen Zeit seinen satirischen Spiegel vor, in der besten Tradition des satirischen Metiers, was ihm in der ‚Süddeutschen Zeitung’ die ehrenvolle Titulierung als „Tucholsky unserer Tage“ eintrug. „Er legt sich an, erntet mitunter empörten Widerspruch, doch davon unbeirrt kämpft er im Gegenzug für den verantwortungsvollen Umgang mit Sprache und für das Recht auf eine Individualität, die sich bürgerlichen Schemata und ideologischen Vereinnahmungen und Zumutungen widersetzt“, erklärte die Peter-Hille-Gesellschaft. Hierin sei er dem Ahnherrn des Preises, Peter Hille, ganz ähnlich, der einmal schrieb: „Der freie Geist ist sich eigene Norm.“

Zudem verbinde Droste mit Hille die Vorliebe für literarische Kurzformen, für Kurzgeschichte, Gedichte und Songs. „In seinen Texten erweist er sich als echter Sprachartist, der die tiefe und sensible Verbindung von Sprache und feinster emotionaler Regung meisterhaft ins Wort zu setzen versteht, kunstvoll sprachlich pointiert und stilistisch treffsicher formuliert. Seine Texte zeugen von hoher Musikalität und Rhythmik, auffällige Stilmerkmale sind Lautmalerei, Neologismen und Entlehnungen aus dem ostwestfälischen Idiom, das ihm nach eigenem Bekunden ‚Heimat’ ist: ‚Eine Sprache, in der Dölmer, Hachos und Tünsel durcheinander ramentern, wullacken und kalbern, ist Heimat genug.’“

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