Critica Diabolis 242
Paperback
192 Seiten
14.- Euro
ISBN 978-3-89320-218-8
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Der Wedding – Sehnsuchtsort für alle, die sich nach nichts mehr sehnen, Zuflucht für jeden, der vor sich selbst wegläuft, neue Heimat für jene, die sich vom Makler ernsthaft erzählen lassen, das hier sei Teil von Berlin-Mitte. Hier muss man den Erstklässlern als Erstes erklären, was »Fick dich!« eigentlich bedeutet und was Bienen sind, den Veganern, dass sie ruhig auch Wurst mit Fleisch essen können, solange es halal ist, und Zugezogenen, dass man hier am besten flirtet, indem man einer Taube den Kopf abschlägt.
Dazwischen betrinken sich Hipster am selbst gebrannten Nusslikör, betreiben Clickbaiting mit schimpfenden Ureinwohnern auf Youtube und hängen Zettel auf mit guten Vibes zum Abreißen. Kurz: Ein Stadtteil, der seit Jahrzehnten kommen soll, und doch einfach da bleibt, wo er schon immer war.

Pressestimmen

»Werning ist seit vielen Jahren der inoffizielle Chronist des Wedding. Seine Abenteuer und Schnurren haben den Vorzug, dass sie ausnehmend komisch erzählt sind. Wir müssen dankbar sein dafür, dass er noch nicht mit irgendeinem Literaturpreis entehrt wurde« (Thomas Blum, Neues Deutschland)

»Womöglich muss man gewisse Voraussetzungen erfüllen, um von den Erzählungen Heiko Wernings rückhaltlos begeistert zu sein. Die notwendige Voraussetzung: Freude an der Lakonie. An einem Humor, der die Pointe nicht erfinden muss, sondern aus der genauen Alltags- und Milieubeachtung speist, aus dem reinen Beschreiben. Ein Beschreiben, das gleichzeitig genau und beiläufig ist, handwerklich präzise und bewusst geschludert, eine Verkörperung des „show, don’t tell“-Prinzips in Reinform« (Oliver Uschmann, booknerds)

»Damals, nach der Wende, galt der Wedding, dieses riesige Viertel als maximal piefig. „Wie Bochum, nur mit Berlin drum herum“, sagt Heiko Werning. Er selbst zog 1991 aus Münster in die Seestraße, Hinterhof, Parterre – seine Freunde konnten es kaum fassen. Inzwischen ist Werning 47, das Haar ergraut und er selbst ein bisschen „vom Wedding verweht“, wie sein neues Buch heißt. Eigentlich arbeitet er als Reptilienforscher, doch jeden Donnerstag tritt er als einer der „Brauseboys“ in den Osram-Höfen auf und liest Geschichten aus dem Weddinger Alltag. Darin tauchen all die Gestrandeten auf, die in dieses Sammelbecken gespült worden sind: der islamistische Gemüsehändler, der seiner Kundschaft Flyer der Hamas in die Tüte steckt. Die verkniffene Kellnerin des veganen Restaurants, die nach der Schicht vor Yusufs Späti lustvoll in ein Steak beißt. Der mürrische Antiquar und die höflichen Dealer. Die Lebens- und Überlebenskünstler, die hier versuchen miteinander auszukommen, meistens friedlich.« (Jan Rosenkranz, stern)

»Sehr amüsante Texte.« (rosinenpicker@goethe.de)

»Es ist ein wirklich beruhigendes Gefühl, den Wedding und seine Geschichten bei Heiko Werning in guten Händen zu wissen.« (Horst Evers)

»Ohne diesen Westfalen wäre Berlin nichts! Heiko Werning schreibt wie Hemingway, nur witzig.« (Bernd Gieseking)

»Ach, glücklich der Kiez, der einem Chronisten eine Heimstatt bietet wie diesem mit allen Wassern der literarischen Satire gewaschenen Menschenfreund.« (Jess Jochimsen)