Critica Diabolis 282
Hardcover
312 Seiten
26.- Euro
ISBN 978-3-89320-264-5
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Wie wenn zwischen der geographischen und der politischen Gestalt ein gesetzmäßiger Zusammenhang bestünde, nahm die Bundesrepublik im Maße, wie sie auf der landkarte wieder mit dem deutschen Reich kongruierte, auch dessen Wesenszüge an. Was als Rückfall in die Vorgeschichte erschien, war die Konsequenz des Fortschritts. Geändert hat sich seither nur, daß die Entwicklung an Stetigkeit gewann, was sie an Dynamik verlor. Sie wurde zum Dauerzustand, dessen Ende nicht in Sicht ist. Der Trend ist stabil, weil es »für das Leiden des Einzelnen wie der Gemeinschaften nur eine Grenze, über die hinaus es nicht mehr weitergeht, gibt: die Vernichtung« (Benjamin). Vernichtung aber bedeutet Arbeit ohne Ende. Je weiter sie fortschreitet, desto langsamer kommt sie voran. Sie stagniert, wenn Krieg, Vertreibung und Verelendung nur noch wenige entkräftete übrigließen, die sich auf ein großes Gebiet verteilen. Dann sorgen die Selbstschutzkräfte der Natur dafür, dass die Menschheit ihr Ziel nicht erreicht, und alles fängt wieder von vorne an. Nichts ist derzeit so sicher wie die Zukunft.

Pressestimmen

»Schöner und genauer wurde selten beschrieben, was eine Gesinnung von der Stange wert ist: keinen Pfifferling. All die Konformisten und Anbiederer […] müßte man zwingen, Pohrts Buch auswendig zu lernen oder hundertmal abzuschreiben. Und es anschließend aufzuessen.« (Wiglaf Droste, taz)

»So muß die Vorhölle aussehen: ein fensterloses Gelaß, erleuchtet von einer nackten Glühbirne. Zigarettenqualm. Und nichts zu lesen außer den Schriften von Wolfgang Pohrt.« (FAZ)

»Zu bestreiten ist allerdings nicht, daß aus der Höhe, in die Pohrt sich hochschraubt, aufschlußreiche Einsichten zu gewinnen sind, die tiefer fliegenden Zeitgenossen verschlossen geblieben wären.« (Lothar Baier, Der Freitag)