Critica Diabolis 287
Hardocer
320 Seiten
26.- Euro
ISBN 978-3-89320-268-3
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Über die Auflösungstendenzen der Gesellschaft: Schon 1992 hatte Pohrt unter Berufung auf den Horkheimer-Satz, wonach die gesellschaftliche Herrschaft »aus ihrem eigenen ökonomischen Prinzip heraus in die Gangsterherrschaft« übergehe, die aktuelle Entwicklung beschrieben: »Der Rechtsbruch wird zur Voraussetzung für die Mitgliedschaft. Wer an der Spitze steht, steht auch mit einem Bein im Knast.« Heute oft mit beiden. Top-Manager sitzen ein, und wenn nicht, dann weiß dennoch jeder, dass sie eigentlich einsitzen müssten. Es vergeht kein Tag, an dem die organisierten Verbrecher nicht vor dem organisierten Verbrechen warnen, das von der ganzen Gesellschaft Besitz ergreife wie eine Krake. Aber wenn alle dabei sind, wird die Anschwärzerei sinnlos. Statt noch einmal über die mittlerweile hinlänglich bekannten Machenschaften der Herrschenden und der anderen Klassen sich zu verbreiten, unternimmt Pohrt in seinem Buch den Versuch, die Bedingungen zu bestimmen, unter denen sich auflöst, was Gesellschaft war, und an deren Stelle ein System von Gruppen, Cliquen und Banden tritt.

Pressestimmen

»Eine Mischung aus kühlem politischen Kommentar und knapper sozialhistorischer Abhandlung. Der Autor springt gerne durch die Zeiten und die Texte, manch interessanter Gedanke wird allzu rasch, fast unwirsch abgebrochen, und die Argumentation ähnelt stellenweise dem Herumfuchteln eines nervösen Gangsters mit seiner Waffe. Manchen Leser mag das stören, sicher ist: man langweilt sich auf keiner Seite.« (Norbert Hofmann)