Edition Tiamat
Elbe, Ingo

Antisemitismus und postkoloniale Theorie

Der »progressive« Angriff auf Israel, Judentum und Holocausterinnerung

Antisemitismus und postkoloniale Theorie
Critica Diabolis 328
Paperback
408 Seiten
28.- Euro
ISBN 978-3-89320-314-7
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Postkoloniale Theorien prägen derzeit den globalen Kultur- und Wissenschaftsbetrieb. Was als Versuch begann, den spezifischen Erfahrungen in kolonial geprägten Gesellschaften Rechnung zu tragen, ist zur großen Erzählung einer Kritik des »westlichen Verständnisses« von Vernunft und legitimer politischer Ordnung mutiert. Trotz aller Beschwörung von Komplexität wird dabei das Motiv der »Kolonialität« zum Hauptkriterium von Geschichtsbetrachtung, philosophischer Reflexion und Sozialkritik erklärt. Das Bild, das prominente Vertreter dieses Ansatzes von Antisemitismus und Holocaust einerseits, Judentum und Zionismus andererseits zeichnen, weist systematische Verzerrungen auf: Unterschiedliche Formen und Radikalitätsgrade der begrifflichen Einebnung oder Verharmlosung von Antisemitismus, der Relativierung der Shoah sowie der Dämonisierung Israels. Das Buch zeigt, dass solche längst akademisch anerkannten Thematisierungen von Judentum und Antisemitismus nichts zum Verständnis des Judenhasses beitragen und ein Faktor für dessen Erstarken sind.


Pressestimmen

»Elbe legt damit eine erste kritische Studie zum Thema vor, welche den Antisemitismus-Bezug des „Post-Kolonialismus“ deutlich herausarbeitet. Berechtigt wird dieser auch als ideengeschichtliche Folge des „Postmodernismus“ verortet.« (Armin Pfahl-Traughber, hagalil)

»Elbes wichtiges Buch sei all jenen zur Lektüre ans Herz gelegt, die in Zeiten der „regressiven Entwicklung, die in progressiver Form daherkommt“, nach wie vor und dringender denn je an Aufklärung und der Abwehr von Ideologie interessiert sind.« Hendrik Wallat, Osterholzer Anzeiger)

»Das Verdienst der Studie ist es, auf logische wie methodische Unzulänglichkeiten des im akademischen Betrieb breit rezipierten Theoriegebäudes des Postkolonialismus hinzuweisen, das offenkundig einer politischen, antizionistischen Agenda folgt. Dass es sich bei den behandelten Texten nicht um isolierte Einzelfälle handelt, zeigt die breite Zahl der Autorinnen und Autoren, mit denen sich Elbe auseinandersetzt: Neben Mbembe oder Moses widmet sie sich auch Gelehrten wie Eduard Said, Frantz Fanon, Judith Butler und vielen anderen. Gerade die aufgezeigten Parallelen zu ethnopluralistischen Konzepten der extremen Rechten, auf die bisweilen affirmativ Bezug genommen wird, verdeutlichen das Gefahrenpotential postkolonialer Theorien.« (Andreas Rentz, sehepunkte)

Verlagsvorschau Frühjahr 2024

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