Berlin hat seine Anziehungskraft verloren, ist nicht mehr trendy und sexy? Dann willkommen im Stadtteil Wedding, der noch nie trendy und sexy war. Aber vielleicht gerade deshalb eine ganz besondere Anziehungskraft ausübt. Zumindest auf migrantische Machos, die sich AvocadoMasken aufs Gesicht legen, Barbiere, die ahnungslosen Passanten die Vorzüge der AperturIllusion anhand ihrer Barberpole erklären, Verliebte, die in aufgeklappten Rollkoffern den verschneiten Hang im Volkspark Rehberge hinunterrodeln, und Künstler, die an Straßenlaternen plakatierte vermisste Katzen in Öl malen. So bleibt der Wedding der Ort, wo die verrückten Prediger in der Straßenbahn die Regierung verteidigen, Dealer unsportlichen Schriftstellern das E-RollerFahren beibringen und wo sich inzwischen sogar Waschbären wohlfühlen, die den stolzen Namen »Ariel« tragen.
»In Heiko Werning hat der Wedding seinen idealen Chronisten gefunden: Beide sind direkt, lokalpatriotisch, weltoffen und ohne Gnade für neumodischen Quatsch.« (Jakob Hein)