Meera Nanda argumentiert, dass die unerbittlichen Angriffe der postkolonialen Linken auf die »epistemische Gewalt« westlicher Rationalitätsund Modernitätsnormen das begriffliche Vokabular für das Projekt der »Dekolonisierung des Denkens« der hinduistischen Rechten liefern. Das postkoloniale Projekt der »Provinzialisierung Europas« wird von der hinduistischen Rechten weitgehend geteilt und knüpft an die hinduistischen Erneuerungsbewegungen des 19. Jahrhunderts an. Das Buch argumentiert, dass das postkoloniale Denken in Indien in Kontext und Inhalt starke Ähnlichkeiten mit der »konservativen Revolution« aufweist, die vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten zum Sturz der Weimarer Republik in Deutschland führte. Als intellektuelle Geschichte Indiens im letzten halben Jahrhundert und zugleich als kritische Auseinandersetzung mit postkolonialer Theorie ist dieses Buch nicht nur für Wissenschaftler:innen der Südasienwissenschaften und der Geistes- und Sozialwissenschaften, sondern im Allgemeinen von Interesse.