Edition Tiamat
King, Charles

Odessa

Leben und Tod in einer Stadt der Träume

Odessa
Critica Diabolis 314
Paperback, aus dem Englischen von Mark Feldon
392 Seiten
32 Euro
ISBN 978-3-89320-298-0
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Von Alexander Puschkin und Isaac Babel über den zionistischen Abtrünnigen Wladimir Jabotinsky bis hin zum Filmemacher Sergei Eisenstein – eine erstaunliche Anzahl von Genies hat Odessa, den legendären Hafen der kosmopolitischen Freiheit am Schwarzen Meer, geprägt. Charles Kings »Odessa«, das sich auf eine Fülle von Originalquellen stützt und den ersten detaillierten Bericht über die Zerstörung der jüdischen Gemeinde der Stadt während des Zweiten Weltkriegs enthält, ist sowohl Geschichte als auch Elegie – eine lebendige Chronik einer echten multi- kulturellen Stadt und ihrer bemerkenswerten Widerstandsfähigkeit in den letzten zwei Jahrhunderten. In seinem aufwändig recherchierten Buch erweckt King die Geschichten der Russen, Juden, Türken, Griechen, Italiener, Deutschen und Rumänen zum Leben, die die durch und durch gemischte Stadt Odessa ausmachen. Kings Fähigkeit, die Geheimnisse der Stadt – sowohl die schönen als auch die dunklen – zu enthüllen, bietet ein faszinierendes Prisma, durch das sich Odessa ganz anders betrachten lässt als andere Städte.


Pressestimmen

»Ambivalenzen, Widersprüche und Mythen sind typisch für die Stadt. Berichten zufolge soll der russische Dichter Alexander Puschkin einst über Odessa gesagt haben, dass sich Europa dort bereits riechen ließe. Anderen Überlieferungen zufolge sprach er davon, dass man in der Hafenstadt am Schwarzen Meer Europa atmen könnte.« (Ralf Balke, Jüdische Allgemeine)

»Das Projekt einer kosmopolitischen Gemeinschaft aus Italienern, Griechen, Russen, Ukrainern, Juden und anderen Ethnien wurde nicht nur durch äußere Gefahren wie die tödliche Pestepidemie 1812 und 1813 oder eine Heuschreckenplage ein Jahrzehnt später bedroht, sondern auch durch fortwährende innere Spannungen. Der Schmelztiefel Odessa, eine Stadt mit einer ›Grenzidentität‹, erwies sich nicht nur als offen für revolutionäre Ideen, sondern auch für das Gift des Nationalismus. Charles King legt eine lesenswerte Geschichte Odessas vor.« (René Schlott, FAZ)

»Das Buch informiert das lesende Publikum auf ebenso unterhaltsame wie informative Weise über eine Stadt, die gegenwärtig wieder die Aufmerksamkeit internationaler Politik auf sich zieht. Dass und wie diese Stadt aber auch ein Zentrum jüdischen Lebens vor der Shoah war, wird erst durch die Lektüre dieses Buches klar. (...) Die Lektüre ersetzt eine Reise fast; der Autor dieser Zeilen jedenfalls hat seit Langem kein so gelungenes Buch gelesen.« (Micha Brumlik, taz)

»"Odessa" lautet der Titel von Kings Buch, das die schillernde Vergangenheit dieses Schmelztiegels der Kulturen und Anziehungspunkt für Karrieristen und Hasardeure, Gauner und Revolutionäre rekonstruiert.« (Der Falter, Wien)

»King unterscheidet souverän zwischen Fakten und Mythen ... Seine Texte sind ästhetisch, ohne oberflächlich zu sein, und gelehrt, ohne etwas vorzutäuschen. Die Lektüre seines Buches ist wie eine Reise – weltgewandt und weise.« (Timothy Snyder, Wilson Quarterly)

»Im späten 18. Jhr. durch die russische Kolonialmacht gegründet, doch nie nur russisch und auch nie nur ukrainisch, sondern immer multiethnisch und vor allem jüdisch geprägt, bestimmte genau dies auch die Höhen und Tiefen der kurzen, von King prägnant und sehr gut lesbar geschilderten Stadtgeschichte: den Aufstieg zur bedeutenden Handelsstadt im 19. und ebenso - mit Judenpogromen, Bürgerkriegen und dem Holocaust durch die rumänische (!) Besatzungsmacht im 2. Weltkrieg - die schweren Verwerfungen im 20. Jahrhundert.« (Engelbrecht Boese, ekz-Bibliothekservice)

Verlagsvorschau Herbst 2024

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