Jenseits der offensichtlichen Tatsache, dass die AfD wegen ihrer Homophobie, Ausländerfeindlichkeit, ihrer völkischen und nationalistischen Einstellung gewählt wird, gibt es ein irrationales Moment im Verhalten des Wählers, das häufig mit Protest verwechselt wird, aber darauf abzielt, die parlamentarische Demokratie abzuschaffen, von dem die Wähler zum großen Teil profitiert haben. Die AfD steht für eine Abschaffung demokratischer Errungenschaften, für eine Kleptokratie und für ein völkisches Gemeinwesen, sie ist also ein vollkommener Anachronismus in Zeiten des entgrenzten Neoliberalismus. Was aber bringt den sogenannten mündigen Wähler dazu, gegen die eigenen Interessen zu handeln?
Eine polemische und ernsthafte Analyse des Wählervolks, das in Verfassungsfeinden und Rechtsextremen seine Hoffnung und Erlösung sucht und zielstrebig daran arbeitet, das Land zu demolieren. Die Wähler sehen in der AfD den Vollstrecker ihrer ressentimentgeladenen Rache für vermeintliche Benachteiligung, für ihre Lust am Untergang, für die Entwirklichung der Wirklichkeit. Sie wollen keine politische Veränderung, sie wollen Chaos, um sich für alles zu rächen, was sie als persönliche Kränkung empfinden. Die AfD zu wählen zeugt von der Zurückgebliebenheit eines Bewusstseins, das in der Abschaffung der letzten demokratischen Strukturen seine Befriedigung findet.