Zwei Jahre über den 7. Oktober hinaus ist die Debatte, wie die Ereignisse nach dem genozidalen Massaker zu bewerten sind, immer noch in vollem Gange. In diesem Band untersuchen Autoren aus internationaler Perspektive die großen Differenzen, die der Krieg in Gaza und der weltweite Boykott Israels hervorgerufen hat. Eva Illouz geht der Frage nach, ob der Antizionismus »eine Form des Antisemitismus« ist. Jeffrey Herf, Norman Goda und Bruno Chaouat führen Argumente ins Feld, die den Vorwurf des Genozids entkräften. Paul Berman sieht eine Kontinuität im Antisemitismus der amerikanischen Studentenbewegung, der sich bis 1965 zurückverfolgen lässt. Anne Rethmann widmet sich den akademischen Boykottaufrufen. Der Historiker Benny Morris untersucht das aus palästinensischer Sicht wichtigste Werk über den »Hundertjährigen Krieg in Palästina« von Rashid Khalidi und kommt zu dem Schluss, dass es sich um eine »etwas schwülstige, nationalromantische Erzählung« handelt.